Chinas Staatsmedien und die Ironie

Der Eingang zum Xinhua-Komplex in Peking
Der Eingang zum Xinhua-Komplex in Peking

Dass die staatlich kontrollierten Medien in China nicht immer gut darin sind, Ironie zu erkennen, war hier schon mal Thema. Als The People’s Daily eine satirische Lobeshymne auf Kim jong Un für bare Münze nahm und weiter verbreitete, ging ein Lachen um die Welt.

Bisher noch nicht ausreichend gewürdigt wurde dagegen die Rolle derselben Staatsmedien als Ironie-Lieferant. Als Beispiel taugt dafür die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua, bei der ich 2012 über das Medienbotschafter-Programm der Bosch-Stiftung ein paar Tage hospitieren durfte. Eigentlich sollte der Zeitraum länger werden, aber es kam ein Parteitag dazwischen, währenddessen viele chinesische Redaktionen lieber keine Gäste im Haus haben wollten.

Der „Stift“, das Xinhua-Redaktionshochhaus
Am Anfang ist die Marschmusik. Quer über den Innenhof des Xinhua-Geländes ist sie bis zur Schranke am Eingang zu hören, dazu eine Lautsprecherstimme: eins-zwei, eins-zwei, eins-zwei. Daneben steht aufrecht das Haupthaus, das angeblich an einen Bleistift erinnern soll.

Xinhua ist die große, die einzige und vor allem: die staatliche Nachrichtenagentur in China. Andere Länder haben Sperrfristen, China hat Xinhua. Erst, wenn sie etwas berichtet, ist eine Meldung auf dem Markt – so ist es immer noch oft. Hier wird entschieden, was wahr ist und was öffentlich.

Vom Redaktionsalltag soll nichts Konkretes nach außen dringen, den Zettel muss ich noch vor Praktikumsbeginn unterschreiben. Das ist an sich nicht unüblich, auch in demokratischen Ländern unterschreiben Mitarbeiter solche Klauseln, wenn Firmen ihre Geschäftsgeheimnisse schützen wollen. Hier ist es allerdings doppelt bedeutsam, denn nicht nur Xinhua will sich schützen. Auch das Austauschprogramm beruht auf dieser Vertraulichkeit; wenn ein Medienbotschafter-Jahrgang sie ramponiert, erschwert er dem nächsten die Chance zum Einblick – und brockt den chinesischen Kollegen Ärger ein.

Zur Infrastruktur auf dem Xinhua-Gelände gehören auch Wohnblocks und ein eigenes Hotel.
Um vieles kann es darum in diesem Blogpost nicht gehen. Nicht um die redaktionelle Praxis, die gerade so kurz nach den neuen Beschlüssen des Parteitags interessant war. Nicht um die kritisch-flapsigen Sprüche beim Gang übers Firmengelände, das ein eigener kleiner Kosmos ist, mit Supermarkt, Hotel, Wohnblocks für pensionierte Mitarbeiter, einer Post und dem Souvenir-Shop, in dem der Schnaps der Marke Xinhua leider gerade aus dem Sortiment genommen wurde. Nicht darum, wie man beim Gespräch über den WLAN-Zugang merkt: Ach guck, Nerd ist Nerd, bei uns und bei euch.

Stattdessen eine Beobachtung, für die man nie bei Xinhua gewesen sein muss. Man kann das von außen mitbekommen, wie die Marschmusik, ehe man das Gelände betritt.

Greatfirewallofchina.orgViele Internetseiten, die der Regierung in Peking gefährlich scheinen oder ihr auch nur lästig fallen, sind in China blockiert, gelegentlich kommen neue hinzu. Unter Greatfirewallofchina.org lässt sich das leicht testen: einfach eine URL eingeben und die Seite versucht, sie von China aus aufzurufen. Google? Fail. Twitter? Fail. Facebook? Fail. Amnesty International, Reporter ohne Grenzen, Wikileaks? Fail, fail, fail.

Und was macht Xinhua? Betreibt einen eigenen Twitter-Account mit derzeit fast 800.000 Followern, mit offiziellem Verifizierungs-Häkchen. Dort posten die Redakteure zum Beispiel Fotos vom aktuellen Militärmanöver. Von einem Schönheitswettbewerb in Peking. Chinas eigenes Computerbetriebssystem soll im Oktober vorgestellt werden. Mehr private Investoren für die chinesische Eisenbahn gesucht. Chinesische Promis machen mit bei der Ice Bucket Challenge. Die Schlagzahl der Tweets ist hoch, oft sind es mehrere pro Stunde.

Technisch ist es kein Problem, trotz geblockter Seite auch von Peking aus zu twittern. Das geht bequem per VPN oder, etwas umständlicher, auch mit einem IFTTT-Recipe nach dem Prinzip „Wenn ich eine Mail von diesem Account an jenen Account schicke, dann poste deren Inhalt auf meinen Twitter-Account.“

Wie gesagt, technisch keine große Nummer. Aber in Sachen Ironie ist eine staatliche Nachrichtenagentur, die jeden Tag ein paar Dutzend Mal die Zensurmaßnahmen ihrer eigenen Regierung umschifft, schon bemerkenswert. Erst recht, wenn sie dabei auch direkt noch auf „China View“, ihren Auftritt bei YouTube hinweist.

Auch YouTube ist in China geblockt.

Bloggen ist schön, macht aber viel Arbeit. Unter dem Motto “Schönes bleibt” nutze ich deshalb den Moskauer Sommer, um ein paar Dinge aufzuschreiben, für die sonst immer die Zeit fehlte.

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Wie das russische Staatsfernsehen mal zu faul zum Googeln war

Sreenshot Rossija 24

Dass man mit der Bezeichnung „Nachrichtensender“ vorsichtig sein muss, gehört ja inzwischen zum Basiswissen in Sachen Medienkompetenz. In Deutschland zum Beispiel, weil es sich oft eher um ein Rahmenprogramm für Hitlers schönste U-Boote, Europas tiefste Schlaglöcher und Außerirdische in den USA handelt. Oder bei CNN, was abseits der USA ja inzwischen ein Mix ist aus zeitlosen Hintergrund-Magazinen und irgendwelchen Golf- und Segel-Clips, die Werbekunden ein Premium-Umfeld suggerieren sollen.

In Russland heißt der „Nachrichtensender“ Rossija 24 und verdient sich seine Anführungsstriche vor allem durch stramme Linientreue. Ein Staatssender, auf dessen Bildern die ukrainischen Demonstranten auf dem Maidan nie etwas anderes waren als Knüppelschwenker in Sturmhauben. Was der Kreml möchte, dass seine Bürger denken, läuft hier (und auf den größeren Sendern derselben Familie).

Wer noch Bestätigung brauchte, dass Recherche – höflich gesagt – nicht zu den Kernkompetenzen von Rossija 24 gehört, der bekam sie am Tag nach dem 7:1-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft über Brasilien. Ein deutscher Kneipenwirt, berichtete der Staatssender, sei bankrott gegangen, weil er leichtfertig für jedes deutsche Tor einen Schnaps versprochen habe. Armer Kerl, dieser Alexander P, und in seinem Leid nicht alleine: Von den 200 Gästen des Abends seien mehr als 60 mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus gelandet.

Wem die Geschichte nun bekannt vorkommt, der hat Recht: Ausgedacht hat sie sich Der Postillon – mit großem Erfolg: Den Facebook-Post mit der Pleite-Geschichte teilten fast 10.000 Leute. Und irgendwie landete die Sache dann wohl auch bei Rossija 24.

Was die Leute dort nicht getan haben: Auf der Postillon-Seite unter FAQ nachgesehen, wo direkt als Punkt 1 die Sache mit der Satire erklärt ist. Oder mal bei Wikipedia, wo auch gleich im ersten Satz dasselbe Stichwort fällt. Satire heißt auf Russisch fast genau so (сатира), außerdem gibt es Google translate, man hätte also durchaus drauf kommen können.

Natürlich fallen jeden Tag Leute auf den Postillon rein, der das bei Facebook dann auch genüsslich dokumentiert. Aber hier war eine ganze Redaktion zu dumm faul für schlichtestes Gegenchecken – und steht damit nun verdienterweise in einer Reihe mit The People’s Daily. Die Zeitung der Kommunistischen Partei Chinas feierte 2012 auf ihrer Internetseite die Wahl von Kim Jong-un zum Sexiest Man Alive. Gewählt hatte den damals allerdings die Redaktion von The Onion.

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Russland, China und diese eine Szene aus „Friends“

Vokabelkarte pivotWährend die Kluft zwischen Russland und dem Westen wächst, rücken Russland und China immer enger zusammen. Allein in diesem Monat gab es nicht nur den massiven Gas-Liefervertrag, sondern auch Absprachen für eine engere Zusammenarbeit im Weltraum und für den Bau einer Brücke über den Amur.

Erst gestern Abend haben China und Russland gemeinsam einen Resolutionsentwurf zu Syrien im UN-Sicherheitsrat blockiert, und das gemeinsame Seemanöver soll auch noch in den Mai fallen.

Die Tücke daran ist, dass sich die englischsprachigen Medien auf einen Begriff für diese Hinwendung Russlands nach China geeinigt haben, der sich unsprünglich auf das Verhältnis zwischen Washington und Peking bezog: „Russia makes its own pivot to Asia„, schreibt die FT, für CNN ist „Putin’s China pivot: All tactics, no trust“ und Charles Krauthammer schreibt in der Washington Post: „Who made the pivot to Asia? Putin.

Pivot bei Reuters, pivot bei Bloomberg, pivot hier, hier und dort – und hey, Alliteration: Putin’s Pivot.

Was natürlich dazu führt, dass ich seit Wochen jeden Tag das hier im Hinterkopf habe.

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2013 – das Jahr in Büchern

Lesetoff 2013 - die Bücher, die fehlen, waren Leihgaben oder sind gerade verliehen.
Lesetoff 2013 – was fehlt, war geliehen oder ist gerade verliehen.

Ein gutes Lesejahr, dieses 2013. Mit ausreichend Gelegenheit, neue Titel alter Lieblingsautoren zu lesen. Mit ein paar Neuentdeckungen, an denen ich dranbleiben will. Und, gottseidank, mit so gut wie keinen Totalausfällen, sondern nur ein paar mittelprächtigen Kandidaten.

Darum hier, grob chronologisch: meine Bücherliste des Jahres, inspiriert von der Kaltmamsell, deren Leselisten ich seit Jahren bewundere. Die verlinkten Titel kann ich guten Gewissens weiterempfehlen. Die anderen finden sicher auch ihre Leser, aber ich möchte nicht für sie haften. Eine kurze Begründung lässt sich jeweils per Klick ausklappen.

“The Innocent” von Ian McEwan.
Zwei Drittel mit der gleichen Hingabe gelesen wie jedes Buch von ihm. Ach, die Figuren! Ach, die Sprache! Ach, das Leben als Geheimdienstler, kein Stück glamourös, eher auf Sachbearbeiter-Niveau. Dann vom großen Wendepunkt komplett genervt, weil er so unvermittelt reingeschoben wirkt. Einige Seiten eher quergelesen und am Ende auch nur so halb versöhnt gewesen. McEwan sieht das mit dem Wendepunkt im Rückblick übrigens ähnlich.
“Only Beautiful, Please” von John Everard.
Alltag im bestabgeschottetsten Land der Welt – John Everard berichtet aus der Zeit (2008 bis 2010), als er britischer Botschafter in Nordkorea war. Gedanklich wie sprachlich stellenweise leider manchmal arg schlicht, trotzdem ein Einblick, wie man ihn selten bekommt. Welches Argument da nun schwerer wiegt, muss jeder selbst entscheiden.
“On China” von Henry Kissinger.
So ein absurd großes Projekt, ganz China zu erklären, und dann auch noch chronologisch – das hätte verdammt drüsch werden können. Und wurde genau das Gegenteil. Struktur und Sprache, Dönekes und Analyse, bei „On China“ passt alles. Extrem lesenswert, egal, ob man Kissingers politische Haltung teilt oder nicht.
“Zehn” von Franka Potente.
Was hängenbleibt: die am culture clash gescheiterte Liebe zwischen einem Japaner und der schönen Skandinavierin Ingeborg. Der sterbende Herr Masamori, der auf seinem letzten Weg von einem sanftmütigen TV-Wrestler begleitet wird. Viele andere Geschichten waren mir aber zu zeigefingerig, zu sehr “Landeskunde: Japan”.
“The Orphan Master’s Son” von Adam Johnson.
Wie ein Buch gleichzeitig so leicht und so grausam sein kann, ist schwer zu verstehen. Manche Folter-Szenen sind mir Wochen später noch eingefallen, so eindringlich, dass ich die Arme verschränken musste, um mich nicht so ungeschützt zu fühlen. Das Wortspiel mit dem Namen des Protagonisten hab ich (im Gegensatz zu gefühlt jedem Rezensenten) erst begriffen, als es im Buch thematisiert wurde. Egal. „The Orphan Master’s Son“ war für mich eines der Bücher des Jahres.
“Was denkt China” von Mark Leonard.
Dieses “ich ich ich” des Autors die ganze Zeit nervt und hemmt beim Lesen. Trotzdem kann man das Buch mal in die Hand nehmen, wenn man sich für China interessiert (und den Kissinger von weiter oben schon durch hat).
“A Billion Wicked Thoughts” von Ogi Ogas und Sai Gaddam.
Kurzweilig, populärwissenschschaftlich, detailliert. Mehr, als ich jemals über Sex und das Internet wissen wollte – taugt für einen langen Party-Abend als Smalltalk. Schon allein, um der deutschen Fassung ihre dümmliche Verkaufe nicht durchgehen zu lassen, sollte man dieses Buch im Original lesen. Mehr hier.
“Sweet Tooth” von Ian McEwan.
Noch mal McEwan, noch mal eine Spionage-Geschichte. Diesmal aber, im Gegensatz zu „The Innocent“, rundum gelungen. Und dann, wenn schon alles erzählt zu sein scheint, hat „Sweet Tooth“ noch eine Pointe, die das komplette Buch auf den Kopf stellt. Lesen!
“A Concise Chinese-English Dictionary For Lovers” von Xiaolu Guo.
Wie weit genau hat Amy Tan dieses Buch gelesen, eh sie das lobende Zitat fürs Cover gespendet hat? Für mich hat sich das genau so künstlich angefühlt, wie es hier steht. (Dieser Link ist die Ausnahme zur Regel, also keine Empfehlung. Aber die Kritik im Guardian trifft’s einfach so gut.)
“The Great Gatsby” von F. Scott Fitzgerald.
Liest sich wie die amerikanische Variante von “Room At The Top”, was natürlich Quatsch ist, weil Gatsby zuerst da war. Und ja, das ist sicher tolle Literatur, aber ich hatte die ganze Zeit so ein Gefühl von “Aha, Autor, ich sehe, was Du gerade tust.” War wohl ein Literaturwissenschaften-Seminar zu viel.
“Memories, Dreams and Reflections” von Marianne Faithfull.
Was für ein Null-Titel. Menschen, Tiere, Sensationen. Das Buch fühlt sich dann auch an wie ein Interview, bei dem anschließend die Fragen wegredigiert wurden. Nur was für Hardcore-Fans.
“Tausend Jahre frommes Beten” von Yiyun Li.
Auf gut Glück in der Redaktion mitgenommen, weil ein Kollege es aussortiert hatte. In einem Rutsch alle zehn Geschichten gelesen und genossen. “Tausend Jahre frommes Beten” hat sich deutlich stimmiger angefühlt als “Zehn” (s.o.)
“Play It Again” von Alan Rusbrider.
Als Chefredakteur des Guardian ist Alan Rusbridger gut ausgelastet. Trotzdem gibt er sich ein Jahr Zeit, Chopins Ballade Nr. 1 auf dem Klavier einzustudieren. Das bedeutet unter anderem Üben am Klavier einers Hotel mitten im libyschen Bürgerkrieg und Gespräche mit Menschen wie Condoleezza Rice übers Klavuíerspielen in ihrer Suite im Adlon. Und daneben die Redaktionsarbeit, mit dem Guardian ganz vorne bei der Berichterstattung zu WikiLeaks.
So viele Gründe, dieses Buch zu lesen: Weil man Journalist ist. Weil man Onliner ist. Weil man Musik liebt. Weil man gerne Hintergründiges zu Wikileaks und zur Zusammenarbeit mit Julian Assange wissen will. Weil man in irgendetwas Amateur ist und trotzdem versucht, es so gut wie möglich zu können.
Das Internet hat uns die Debatte darüber gebracht, welchen Beitrag Nicht-Journalisten zur Öffentlichkeit leisten. Anhand von „Play it Again“ kann man noch einen Schritt abstrakter über Amateurmusiker, Amateursportler, Amateurblogger nachdenken. Und über den Wert, etwas so gut wie möglich zu tun, auch wenn man nie zu den Besten gehören wird. (Das Ergebnis als Video: Alan Rusbridger spielt die Ballade Nr.1.)
“Dear Lupin” von Charlie Mortimer.
So, wie man sich Schulbuch-England vor ein paar Jahrzehnten vorstellt. Bisschen Klassengesellschaft, bisschen Rebellion, bisschen Exzentrik. All das als Briefwechsel. Kann man gut mal im Zug lesen, aber vermutlich kein zweites Mal.
“Standing In Another Man’s Grave” von Ian Rankin.
Endlich wieder ein Rebus, und dann auch noch ein richtig guter! Eigentlich war Ian Rankins Ermittler schon pensioniert, jetzt darf er noch mal ermitten. Und bewegt sich in einer Welt, die nur noch bedingt seine ist (Handyfotos, Internet) trotzdem so, dass es nicht krampfig wirkt.
“The Last Girlfriend On Earth” von Simon Rich.
Boy Meets Girl. Boy Gets Girl. Boy Loses Girl. Eine Frechheit, dass jemand so Junges wie Simon Rich so clever und pointiert schreiben kann. Bei manchen seiner Geschichten merkt man, dass er mal für „Saturday Night Live“ gearbeitet hat. Eine Leseprobe gibt’s hier.
“The Fault In Our Stars” von John Green.
Möglicherweise ein Jugendbuch. Taugt aber – wie “The Curious Incident Of The Dog In The Night-Time” oder “Harry Potter” – auch für Erwachsene. Es gab ein paar Wochen, in denen das mehrere Kollegen in der Redaktion gelesen haben, und alle hatten wir früher oder später Pippi inne Augen. “The world is not a wish-granting factory.” Indeed.
“All Them Cornfields And Ballet In The Evening” von John Miller.
Berichte aus dem Leben eines Moskau-Korrespondenten zu Zeiten der Sowjetunion. Lesenswert für die Anekdoten, leider schlecht lektoriert und mit einem Erzähler, der als Kalter Krieger in permanenter Siegerpose rüberkommt. Das nervt.
“Let’s Explore Diabetes with Owls” von David Sedaris.
Australien ist Kanada in knapper Unterwäsche, eine Darmspiegelung, die ist lustig, und manche Sprachen klingen so hart, dass man sich fragt, ob es in ihnen überhaupt ein Wort für “Geburtstagstorte” gibt . Viel besser als der Vorgänger “Squirrel Seeks Chipmunk”. Und auch hier gibt es bei NPR eine Leseprobe.
“Was zusammengehört” von Markus Feldenkirchen.
Klassenfahrt-Liebesgeschichte, Bankenkrise, Irland, Mauerfall. Ein anfangs eher unsympathischer Bankerfuzzi, der einem dann bei seiner Reise in die eigene Vergangenheit doch nach und nach ans Herz wächst. Nachdem hier der Titel frei nach Willy Brandt ist und beim zweiten Feldenkirchen-Buch (s.u.) nach Adenauer, bin ich gespannt auf Nummer drei. Kleine Lesung hier.
“Berlin – Baku” von Christiane Rösinger.
Gut für Osteuropa-Interessierte, dieser Reisebericht von einer Autofahrt zum Eurovision Song Contest. Leicht, skurril, lakonisch. Kann man in einem Rutsch weglesen – und die Anekdoten dann weitererzählen. Das Video hier gibt eine gute Vorstellung vom Ton, in dem Christiane Rösinger schreibt. Schön.
“Frühling der Barbaren” von Jonas Lüscher.
Finanzkrise und Anarchie in der Wüste, wobei ein Kamel und die Grundregeln zivilisierten Zusammenlebens dran glauben müssen. Gelesen, genossen, seitdem schon mehrfach verschenkt. Mehr hier.
“Trieb” von Jochen Rausch.
Wenn ein Gerichtsprozess das Ende einer Geschichte ist, dann erzählt Jochen Rausch die Anfänge. Großartige Kurzgeschichten, von einem Abgrund zum nächsten. Ganz schön doof, das zwei Jahre ungelesen im Regal liegen zu haben.
“Luzifer” von Connie Palmen.
“Ganz der Ihre” hab ich vor ein paar Jahren gern gelesen, “Luzifer” ist sprachlich und handwerklich genau so gut gemacht. Trotzdem bleibt das Gefühl, dass es unlauter ist, wie hier aus einer echten Begebenheit Literatur gemacht wird. Schlüsselroman in Ehren, aber das hat sich eher nach einer langen, übergriffigen Boulevardreportage angefühlt.
“In Between the Sheets” von Ian McEwan.
Eine Sammlung von Kurzgeschichten, Fingerübungen aus McEwans Anfangsjahren als Schriftsteller. Ein paar davon hat er später in “Sweet Tooth” (siehe oben) nochmal verwendet. Beides zu lesen und zu vergleichen, da lacht das Anglistenherz. Aber schon diese ersten Versionen sind so gut, dass sich „In Between the Sheets“ auch separat lohnt.
“The Kid” von Dan Savage.
Dan Savage ist Amerikas Kummerkastenonkel für Sex- und Beziehungsfragen aller Art. Unter anderem steckt er hinter der Initiative „It gets better„, hat den Begriff „monogamish“ geprägt und dafür gesorgt, dass Rick Santorum wahrscheinlich eher ungern seinen eigenen Nachnamen googelt. In „The Kid“ beschreibt er, wie er und sein Partner (heute Mann) Terry sich ein Kind wünschen, für den Bewerbungsprozess als Adoptiveltern ihre Beziehung schönlügen und schließlich tatsächlich Eltern werden. Lustig, rührend, politisch, ehrlich. Auch schon mehrfach erfolgreich weiterempfohlen.
“Keine Experimente” von Markus Feldenkirchen.
Im selben Urlaub von zwei Generationen Scheib-Frauen gelesen. Beide können es empfehlen. Nur Sauerländer Lokalpatrioten könnten bei „Keine Experimente“ seelischen Schaden nehmen.
“Britten” von David Matthews.
Zum Britten-Jahr ein gutes Einsteigerbuch, wenn man sich für Musik und Musikerpersönlichkeiten interessiert. Besonders interessant: alles zu Brittens Zusammenarbeit mit W.H. Auden und zu seiner Beziehung mit dem Tenor Peter Pears.
“Russische Reise” von John Steinbeck und Robert Capa
Ein Autor, der mal den Literaturnobelpreis bekommen sollte, und einer der besten Fotoreporter seiner Zeit reisen kurz nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Sowjetunion. Das ist genau so faszinierend, wie es klingt – mehr hier.
“One Of Our Thursdays Is Missing” von Jasper Fforde
Wer noch nichts von Jasper Fforde gelesen hat, fängt bitte so bald wie möglich mit „The Eyre Affair“ an. Denkt euch Douglas Adams, nur ohne Weltall, dafür mit Literatur, Parallelwelten, Wortspielen und geklonten Dodos. Und wirklich, wie kann man einen Autor nicht lieben, der ein jährliches Fest rund um seine Bücher die „Fforde Fiesta“ nennt? Und der nebenbei wahrscheinlich dafür sorgt, dass sich verpeilte Buchkäufer auf der Suche nach einem Mummyporn-Bestseller durch ein paar Hundert Seiten farbenfrohen dystopischen Roman lesen.
“Der Freitag nach dem Freitag nach dem Sonntag” von Clare Sambrook
Gelesen dank einer Empfehlung, und dann auch direkt an einem Tag durch. Guter Lesestoff fürs Flugzeug, weil die Geschichte von Harry, dessen kleiner Bruder Dan verschwindet, einen so reinzieht. Clare Sambrook nimmt man diese Kinderperspektive ab.
“The Woman Who Died A Lot” von Jasper Fforde
Direkt noch eine Folge „Thursday Next„. Klug wäre vermutlich gewesen, sich diesen Band fürs kommende Jahr aufzubewahren, damit die Zeit bis zum nächsten nicht so lang wird. Aber dazu sind die Bücher einfach zu gut.
“Snobs” von Julian Fellowes
Genau weiß ich immer noch nicht, was mir an dem Buch gefallen hat. Von den Figuren ist keine so richtig sympathisch, trotzdem will man wissen, wie es mit ihnen weitergeht. So richtig viel Plot gibt es aber auch gar nicht – eine Ehe, eine Trennung, eine Versöhnung, ansonsten viele Veranstaltungen, auf denen sich die feine Gesellschaft halt so rumtreibt. Die Handlung von „Pride and Prejudice“ hat mal jemand zusammengefasst als „man changes his manners and a young lady changes her mind“. Genau so geht es auch bei „Snobs“ nicht ums Was, sondern ums Wie – und das erzählt Julian Fellowes anschaulich und satirisch.
“Unerlaubte Gespräche mit Moskauer Frauen” von Carola Hansson und Karin Liden
Dafür, dass das Buch erst ein paar Jahrzehnte alt ist, hat es sich oft sehr weit weg angefühlt, was Ljala, Mascha, Lida und die anderen Moskauerinnen Ende der Siebziger heimlich zwei schwedischen Autorinnen erzählt haben: Von einer Gleichberechtigung, die bedeutet, dass Frauen natürlich berufstätig sind – in den schlechter bezahlten Jobs. Vom Haushalt, der genau so selbstverständlich Frauensache ist, zusätzlich zum Beruf und in einem System, in dem Einkaufen vor allem stundenlanges Anstehen bedeutet. Von kaum einer Chance, zu kontrollieren, ob sie schwanger werden: Kondome gibt es nur in schlechter, unzuverlässiger Qualität; die Spirale bekommt höchstens, wer Kontakte hat. Und die Pille, nein, da haben die meisten Moskauerinnen doch diese Geschichte gehört aus Deutschland, wo Frauen die Pille genommen und dann Kinder ohne Arme bekommen haben. Wo Informationen aus dem Ausland nur gefiltert zu bekommen sind, blühen die Gerüchte. Eindringliche Berichte, deren Mitschnitte heimlich aus dem Land geschmuggelt wurden.
“The Sense of an Ending”von Julian Barnes
Mein letzter Barnes („England, England“) ist schon ein paar Jahre her, mir war nur noch diffus in Erinnerung, dass das Buch klug und komplex war. Das ist „The Sense of an Ending“ auch, nur leider zu klug für mich. Dass es in dem Buch darum gehen soll, wie belastbar unsere Erinnerungen sind – erkannt. Dass der Erzähler zunehmend verschroben und weniger alltagstauglich wird – gemerkt. Dann allerdings habe ich ihm so misstraut, dass ich die Auflösung am Schluss gar nicht als solche erkannt habe – hätte genau so gut eine weitere seiner schrulligen Ideen sein können. Auch geduldige Erklärungen aus dem Freundeskreis (Danke, Kiki!) und die zahlreichen ergoogelten Leser, die von dem Buch ähnlich verwirrt haben, lassen den Frust nicht so recht verschwinden.
“Map Addict”von Mike Parker
100 Seiten weniger und das wäre ein klasse Buch für jedermann gewesen. So sind es viele interessante Fakten über Landkarten, ihre Geschichte, ihr Design, ihre Tricks und ihre bewussten Lügen. Mike Parker erzählt mit Leidenschaft bis hin zum Spleen – aber eben auch manchmal mit einer Detailtiefe, für die man wohl selber ein Map Addict sein muss, um sie würdigen zu können.

Wer mit den Begründungen etwas anfangen kann, dringend widersprechen möchte oder Lesetipps für 2014 hat: Immer her damit in den Kommentaren!

Danke für Buchempfehlungen an Andrea, Clare, Dorothee, James, Markus, Monika, Sabine, Stephan und Uli.

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Let’s hear it for Beijing

Frisch eingetroffen: ein neues sinofiziertes Musikvideo. „Laowai Style“ war die Peking-Variante von „Gangnam Style“, im Look eher handgemacht, aber lustig. Deutlich schicker und näher am Original ist „Beijing State of Mind“ (nach dem Vorbild von „Empire State of Mind„, der New-York-Hymne von Jay Z und Alicia Keys).

Sehenswürdigkeiten und Alltagsszenen als Kulisse, ein paar Konstanten des (Expat)-Lebens in Peking als Text – so hat Mark Griffith sein Video gebaut, Andrew Dougherty und Princess Fortier singen. Beida, CBD, dianpingche, das reicht für fünf Minuten Sehnsucht. Die Stellen, wo Dougherty vom Dreck in der Luft und schwitzigen U-Bahn-Fahrten rappt, verhindern, dass die Sehnsucht ausufert.

Link via Vera.

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Steve Jobs als Abendprogramm bei der re:publica?

Noch gibt es kein offizielles Programm für die re:publica im Mai, nur diese Beta-Version. Also lohnt es sich hoffentlich noch, eine Idee anzubringen. Vorschlag also: Liebe Macher der #rp13, bitte ladet doch Andreas Beck ein! Nicht als Redner, sondern fürs Abendprogramm, als Gastspiel.

Andreas Beck in „Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs“ (Foto: Theater Dortmund)
Beck spielt seit Herbst 2012 am Theater Dortmund die Haupt- und einzige Rolle in „Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs„. Letzten Samstag hatten wir endlich Karten, und es waren 90 grandiose Minuten. Theater, erzählte Reportage, Kabarett. Irgendsowas ist das, ein Monolog jedenfalls, über Apple, Globalisierung, das Leben als Nerd, Steve Jobs und die Arbeitsbedingungen bei Foxconn.

Wer jetzt Betroffenheitstheater erwartet, liegt leider falsch. Der Abend geht von komisch bis beklemmend, und wenn der Text zur Predigt wird, merkt man, dass Mike Daisey durchscheint. Von ihm stammt das englische Original des Textes, und ja, er ist erkennbar ein Mann mit Mission.

Tischdeko bei der Aufführung im Studio des  Dortmunder Theaters
Tischdeko bei der Aufführung im Studio des Dortmunder Theaters
Mike Daisey war in China, er hat mit Foxconn-Arbeitern gesprochen, und seitdem empört er sich. Er kritisiert Steve Jobs – und profitiert mit seinem Theaterprojekt zugleich von dessen Prominenz. (Zur Debatte, ob Daisey wegen seiner Arbeitsweise nun ein zweifelhafter Journalist ist oder einfach ein Künstler, der sich Freiheiten nimmt, kann man hier und hier und in Daiseys Blog einiges lesen).

In der Dortmunder Aufführung geht Andreas Beck zwischen den Zuschauern herum, die in kleinen Gruppen sitzen. Holt hier was aus dem Regal, legt dort einem Gast ganz päpstlich die Hand auf den Kopf. Ein Kraftakt sind diese 90 Minuten, hinterher gibt es Lesematerial zum Mitnehmen, man soll doch mal an Tim Cook mailen, wird da vorgeschlagen. Vor allem aber sorgt Beck mit seinen Schlussworten dafür, dass es sich nach dem Theater anders anfühlt als vorher, das Handy rauszuholen, zu entsperren und auf den Bildschirm zu tippen.

Also, liebe re:publica: Habt ihr für dieses Stück und diesen Schauspieler nicht vielleicht Platz im Abendprogramm? Kann ja nicht jeder in Dortmund wohnen. Da steht „Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs“ im April wieder auf dem Spielplan.

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Kleiner Posteingang-Angeber-Post

Muss mal kurz mit meiner Googlemail-Inbox angeben. Vorher lief der Posteingang voll mit in China abonnierten Newslettern (lest Sinocism, es lohnt sich!), Updates zu diversen Apps und automatisierten Benachrichtigungen von Google +. Viel ungelesener Kram, aber gerade so interessant, dass man ihn lieber nicht abbestellt.

„Rollup“ nennt Unroll.me die tägliche Newsletter-Zusammenfassung

Unroll.me gibt dem Kram sein eigenes Eckchen. Das Programm ist ein Sortierdienst für Mails – anmelden und darüber bei Googlemail einloggen, dann durchsucht Unroll.me den Posteingang nach allem, was nach Newsletter aussieht. Baut daraus Gruppen nach Themen und fischt ab sofort all die abonnierten Mails aus der Inbox.

Statt permanent Nachschub gibt es jetzt einmal täglich per Mail eine Übersicht aller eingegangenen Newsletter, den Rollup (danke auch für den Ohrwurm).

Schlichte Idee, funktionieren tut sie auch. Nicht jeden Tag gleich gut,  ist ja auch alles noch beta. Aber die Inbox ist übersichtlicher, und über den Unroll.me-Ordner, den das Programm beim Start anlegt, lassen sich Newsletter auch pausieren oder ganz abbestellen.

Nur die anderen Postfächer bleiben erst mal krautig: Bisher funktioniert Unroll.me  nur für Googlemail- und Yahoo-Adressen.

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Ping im Sunnesching

Und dann, wenn Du glaubst, jeder Kalauer mit dem Namen Xi Jinping sei gemacht, fährt beim Kölner Zug ein Motivwagen vorbei. Auf dem steht Chinas KP-Generalsekretär und vorne am Wagen das Motto: „Ming Ping, ding Ping, nix wie Ping“. Ein Wortspiel mit Ping/Schmerz – und mit starken Anleihen bei Kalauern wie „Minge Rhing-Wing sull uch Dinge Rhing-Wing sin“. Respekt!

In China wird derweil über ganz andere Bilder von Xi geredet. Mehr dazu und zu dem Blogger, der sie verbreitet, hier bei AP.

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Wer sich für China interessiert, sollte diesen Twitterern folgen

Twitterer aus China empfehlen – das müssen natürlich acht Stück sein. Ist schließlich die chinesische Glückszahl. Also los:

Alexa Olesen ist für Associated Press in Peking. Eine gute Quelle für Tagesaktuelles und für Hintergründiges – seien es eigene Links oder interessante Retweets.

Mehr als 20 Jahre ist Andreas Landwehr dpa-Korrespondent in Peking. Seine Tweets liefern aber nicht nur einen deutschen Blick auf das Land, sondern auch viele Links internationaler Medien.

Bill Bishop teilt seinen chinesischen Alltag bei Twitter – und ist außerdem der Mann hinter dem großartigen „Sinocism“-Newsletter. Jeden Vormittag eine komplette China-Presseschau, auf Englisch und auf Chinesisch:

Edward Wong, Korrespondent der New York Times, twittert als „Genosse Wong“. Über seine Retweets habe ich viele andere gute China-Twitterer entdeckt.

Wer in China das Internet nutzt oder wissen will, wie das Netz in China funktioniert, sollte Fishjourner folgen. Er hat einen guten Überblick, was gerade gesperrt oder einfach langsam ist – immer nützlich zum Gegencheck, wenn bei einem selbst nichts läuft.

Politik, Popkultur, Podcasts – Kaiser Kuo ist Musiker und Autor und arbeitet bei Baidu. Und hat viel Spaß daran, mit anderen Twitterern zu diskutieren.

Louisa Lim ist für NPR in China. Auch sie ist eine kluge Kuratorin mit guten Links und Retweets. Spannend sind aber auch ihre Blicke hinter die Kulissen, die zeigen, wie Journalistenhandwerk in China manchmal aussieht.

Patrick Chovanec, Wirtschafts-Prof an der Tsinghua-Uni und Blogger, postet vor allem Links zu Wirtschafts-, Politik- und Gesellschaftsthemen. Und sowas hier:

Noch nicht genug? Mehr Vorschläge in der China-Twittererliste.

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Wer Schrift und Typografie liebt, kann sicher sein: In chinesischen Papierfabriken sitzen verwandte Seelen. Menschen, die Texte als Gestaltungselemente zu schätzen wissen. Zusammengeklaubt, irgendwoher. Gerne mit westlichem Bezug, um die ganzen Union Jacks und Freiheitsstatuen zu ergänzen, die hier auf Blöcke, Hefte, Ordner gedruckt werden.

Drei Beispiele, gekauft im Tian-Yi-Markt:

Heft 1: „Following the success of „Go Slow England“, this new edition delves into the pleasures of Slow food, Slow travel and Slow living – from Land’s End to Llandenny.“ Kommt aus dem Klappentext für ein Buch über Slow Food in Großbritannien aus dem Jahr 2010. Hier bei Amazon.

Heft 2: Da hat „W. Willirm Shakesperre“ wohl ein Stück namens „The Hamlet“ geschrieben. Der Text ist schmerzhaft schlicht à la „Hamlet has fascinated audiences and readers for centuries, and the first thing to point out about him is that he is enigmatic.“  Mehr bei SparkNotes, einer Seite mit, naja, nennen wir es mal Lernhilfen für Schüler.

Heft 3: „Dumbledore said to Harry,Youth,live with more fun“ – J.K. Rowling hat viel geschrieben, aber das dann doch nicht. Dennoch gibt es allerlei Google-Fundstellen für diesen Satz. Fanfiction? Dummytext? Schwer zu sagen.

Mein allerliebster Lieblingsliebling überhaupt in Sachen Text als Ornament ist aber diese Kladde. Blindtext als Deko. Ein Journalistentraum.

PS: Ja, in Deutschland laufen dafür Menschen rum, die sinnlose chinesische Schriftzeichen auf Shirts, Jacken oder Taschen mit sich tragen. Vielleicht haben sie sogar, wie Penny aus The Big Bang Theory, das Zeichen für „Suppe“ auf den Hintern tätowiert.

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