Putin der Woche (XXXVIII)

putin der woche trump fanfiction

Gesehen: Bei Amazon, auf dem Cover des Fanfiction-Bandes „Putin on the Trump“. (Wobei das offenbar nicht der einzige Ort für Putin/Trump-Slash ist: Auch das Archive Of Our Own hat eine Handvoll.)

Begleitung: Donald Trump, heute Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei. Laut Klappentext dieses Buchs allerdings war er zu Unizeiten mal der Mitbewohner von Putin und, nun ja…

Text: „Putin on the Trump – a Vladimir Putin/Donald Trump erotic journey. There are also a lot of beets“, versprechen Titel und Untertitel, ehe der erste Satz dann direkt zur Sache kommt: „There is a universal truth that a wealthy egotistical man is in need of a good f***.“

Subtext: „Vom verunglückten Jane-Austen-Zitat zum ersten F-Wort in nur einem Satz – mehr könnt ihr für dieses Kindle-Prachtwerk zum Preis von nur 99 Cent nun wirklich erwarten! Nein, auch keine anständige Zeichensetzung.“

Oben-Ohne-Punkte: 10/10 – gut möglich, dass dieser Wert nach dem Ende von Amazons kostenloser Leseprobe noch weiter steigt.

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Überbrückungshilfe bis zur nächsten Sherlock-Staffel

Die Sherlock-Macher spielen gelegentlich auch selbt mit Fanfiction-Ideen und liefern Futter für Sheriarty-Anhänger...
Die Sherlock-Macher spielen auch selber mit Fanfiction-Ideen und liefern Futter für Sheriarty-Anhänger…
Pfingsten ist vorbei, die vorerst letzten „Sherlock“-Folgen im deutschen Fernsehen sind gelaufen. Nun also ein, zwei Jahre warten auf die neue Staffel, mal sehen, und dazwischen Andeutungen, Gerüchte und gelegentliche Fotos vom Dreh. Was tun, bis dahin?

Bei Archiveofourown.org gibt es aktuell mehr als 55.000 von Fans ausgedachte Geschichten rund um den Fernseh-Sherlock; hinzu kommen noch diejenigen, die auf den Büchern von Sir Arthur Conan Doyle und den Kinofilmen basieren. Auch Fanfiction.net und Livejournal bieten einiges an Sherlock-Kreativität, bloß weniger übersichtlich und oft ziemlich gruselig formatiert.

Fanfiction, das hat mit dem Original im schlimmsten Fall so viel zu tun wie der letzte Rest Billig-Erdbeershampoo mit einer frisch gepflückten, sonnenwarmen Erdbeere. Einerseits.

Sherlolly
…und Sherlolly-Shipper.
Andererseits findet, wer klug sucht, auch Geschichten, die den richtigen Ton treffen, die Figuren nicht verbiegen, sondern plausibel weiterentwickeln. Stories, die ihre Tausende von treuen Lesern verdienen. Wonach also suchen?

Wer den Detektiv-Aspekt schätzt, findet mit dem Schlagwort casefic Geschichten, in denen Sherlock neue Fälle lösen muss. Auch bestimmte Figurenkonstellationen haben ihr Kürzel, wobei es da meist um Liebe und/oder Sex geht: Allen voran Johnlock (John Watson und Sherlock), aber auch Sherlolly (Sherlock und Molly), Sheriarty (Sherlock und Moriarty) oder Mystrade (Mycroft Holmes und Inspektor Lestrade).

Autoren, die sich bewusst sind, dass ihr Sherlock nur wenig mit dem Original zu tun hat, kennzeichnen das mit OOC (out of character); spielen die Geschichten in einer anderen als der BBC-Welt, wird mit AU (alternative universe) verschlagwortet. Und wer nur wenig Zeit hat, sucht nach drabbles oder vignettes, also extrakurzen Geschichten. Wenn dann die Nutzer-Bewertung stimmt (50 Kudos oder mehr sollten es schon sein), lohnt sich das Lesen.

Sogar ein eigenes Genre haben die Fan-Autoren erfunden: Ein „221B“ (benannt nach Sherlocks Hausnummer in der Baker Street) muss genau 221 Wörter haben – von denen das letzte mit B beginnt.

(Dieser Text ist so ähnlich auch in der Wochenendbeilage der WAZ erschienen.)

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