Fest montierte iPads und Guardian-Tapete bei #guardiancoffee in London.

Auf ein Heißgetränk bei Guardian Coffee

Ein gutes Vierteljahr gibt es jetzt Guardian Coffee, das Café zur Zeitung. Wobei die nicht von einem Café spricht, sondern von einer „caffeine-infused pop-up destination in the heart of East London’s creative technology community „. Soso aha.

Jedenfalls soll der Guardian seitdem nun nicht mehr nur für kluge Online-Ideen stehen, für Datenjournalismus und für Wikileaks-Berichterstattung, sondern auch für Kaffee. Eine Fingerübung in Sachen Offenheit und Transparenz; „leichterer Zugang zu unseren Journalisten und unserem Journalismus“, so lässt sich Guardian-Technikchefin Jemima Kiss zitieren.

Okay, es gibt da diese Beamerprojektion an der Wand: Welcher Kaffee war heute am populärsten (flat white), wie setzt sich die hauseigene Espresso-Röstung zusammen (60 Prozent Brasilien, je 20 Prozent Nicaragua und El Salvador). Eine Anspielung auf Datenjournalismus – so wie die Möglichkeit, in einem Café mit Guardian-Einrichtung ein Heißgetränk zu nehmen, wohl auch eher eine Anspielung auf Transparenz ist.

Ginge es hier wirklich darum, Leser anzulocken zum Gespräch mit Journalisten, dann läge das Café im Redaktionsgebäude, nicht in diesem zusammengestapelten „Boxpark“ in Shoreditch. Guardian-Mitarbeiter zum Ansprechen? Zwei nette Männer an der Kaffeemaschine. Eine Liste mit aktuellen Veranstaltungen bei GuardianCoffee? Weder online zu finden noch als Aushang im Café.

Ein Markteing-Gimmick also, schön blau. Wer mal mit einem Guardian-Journalisten reden will, ist bei Twitter besser bedient. Darum stehen wohl auch die Nutzer-Namen einiger Guardian-Mitarbeiter an der Fensterfront. Immerhin: Der Kaffee ist gut, der Earl Grey auch. Ein nettes kleines Café, wenn man sich die philosophische Überhöhung wegdenkt. Und die Zeitung gibt es gratis dazu.


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