Mosfilm und das alte Moskau (Berlin, Paris, etc.)

Mosfilm Dinosaurier 

Wenn ein Dinosaurier einen Rolls-Royce bewacht, der seinerseits schon mal ein Postwagen war, dann ist das entweder Kino oder zumindest sowas Ähnliches. In diesem Fall heißt „sowas Ähnliches“, dass wir gerade in einer Gruppe über das Gelände von Mosfilm laufen, der Mutter der sowjetischen (und inzwischen russischen) Filmstudios.

Hier ist, noch ohne Ton, der Panzerkreuzer Potemkin entstanden. Hier gibt es ein Filmset, das je nach Anspruch das historische Moskau, das historische Paris oder auch gern das historische Berlin darstellt, bei konstantem Kopfsteinpflaster. Spektakuläre Perücken, Requisiten für jede Epoche, Masken, Kostüme, dazu Räume, in denen gerade Dreharbeiten vorbereitet werden und darum Fotoverbot herrscht.

So sehenswert die Ausstellungsstücke aus fast 100 Jahren Filmgeschichte sind, Glamour darf man hier keinen erwarten, im Gegenteil, die ganze Präsentation ist eher lieblos. Eine Halle voller Oldtimer, darunter Vorkriegsmodelle, alle mit ihren eigenen, abenteuerlichen Geschichten – aber so eng geparkt, mit Pollern umstellt und von Gegenlicht beschienen, dass man sie kaum fotografieren kann.

Vielleicht können die Mosfilm-Kulissenbauer, die von Stadtwohnung bis Palast so ziemlich alles zusammendübeln können, ja mal eine richtige Ausstellungshalle bauen? Bis dahin lohnt sich der Besuch wegen der Geschichten, die man auf der Tour so erzählt bekommt – und für die Gelegenheit, einmal durchs historische Moskau, Berlin und Paris zu gehen, während der Wind die Schaumstoff-Glocken im Turm der Kulissenkirche schaukeln lässt.

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