Russball, Folge 23: Ein Rückschlag für die WM-Vorbereitung

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Mitte November und die Temperatur hier in Moskau hält sich so gerade noch im positiven Bereich: ein Grad über null. Während ich das hier tippe, sammelt sich der Schneeregen vorm Fenster in großen Pfützen. Am Wochenende soll es die ersten Minusgrade geben. Russland halt.

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⚽ Novemberfrost in Russland ist in etwa so überraschend wie die These, die Zenit-Trainer Roberto Mancini gerade in einem Interview aufgestellt hat: „Wir werden den Meistertitel holen“, sagt er mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes, dessen Team die bisherige Saison so dominiert hat, dass es fast schon langweilig wurde. Dass aktuell Lokomotive Moskau knapp an der Tabellenspitze steht und Zenit nur auf Platz zwei, ist da schon eine willkommene Abwechslung.

Genervt von der aktuellen Saison in Russlands oberster Liga ist auch Alan Dsagojew, der für ZSKA Moskau spielt. Ein wirkliches Fußballspiel komme nur gegen Zenit, Spartak und Krasnodar zustande, gegen alle anderen sei es der reine Kampf, ließ er in einem Interview wissen. Nach längerem Nachdenken sei er daher zu dem Schluss gekommen: „Das hier ist die schlechteste Meisterschaft in den letzten zehn Jahren.“

⚽  Manche Leute halten ja „Never read the comments“ für die wichtigste Regel, um online nicht völlig zu verzweifeln. Beim folgenden Tweet, in dem Russlands Nationalmannschaft ihr neues Heimtrikot vorstellt, trifft das auf jeden Fall zu. Mir gefällt das Outfit eigentlich ganz gut, die Kommentare der russischen Fans dagegen rangieren von unzufrieden über frustriert bis gemein.

„Ein schlimmeres Trikot habe ich noch nie gesehen“, schreibt ein Fan, ein anderer ergänzt: „Wie das Spiel der Mannschaft, so auch das Trikot“ und fügt, um auf keinen Fall missverstanden zu werden, ein kotzendes Emoji hinzu.

Zu schlicht, zu retro, zu langweilig, das sind so die Hauptkritikpunkte – „da hatte Adidas wohl noch ein paar Stoffreste aus Sowjetzeiten rumliegen.“ Und während ein Fan mit einem Hilferuf an Adidas-Konkurrent Nike reagiert, herrscht bei anderen schon völliger Fatalismus: „Was macht es schon für einen Unterschied, in welchem Trikot man verliert?“

⚽ Wer bei der Wiedereröffnung von Moskaus Luschniki-Stadion eine Blamage für Russlands Nationalmannschaft befürchtet hatte, darf aufatmen: Kein öffentliches Abwatschen, die Gäste aus Argentinien gewannen das Freundschaftsspiel bloß mit 1:0. Blamabel war allerdings, was sich nach dem Abpfiff tat: Lange Wartezeiten, um aus dem Stadion herausgelassen zu werden. „Es ist furchtbar kalt! Weinende Kinder! Mütter und Väter ziehen ihre Kleidung den Kindern über, um sie zu wärmen,“ postete ein wartender Fan aus dem Stadion. Ein anderer Stadionbesucher kritisierte die „schreckliche Organisation am Luschniki-Ausgang: 80.000 Menschen und nur ein schmaler Durchgang. Wenn das bei der WM auch so wird, ist es eine Schande.“

Wer einmal draußen war, brauchte bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt bis zu zwei Stunden, um es in die warme Metro zu schaffen. Offenbar hatte die Polizei einige Straßen und Metro-Eingänge gesperrt, außerdem standen nicht genug Züge bereit, um die Fans abzutransportieren. Ärgerlich für die Fans, peinlich für die Organisatoren. Denn bei der WM sollen im frisch renovierten Luschniki-Stadion sowohl das Eröffnungsspiel als auch das Finale stattfinden.

⚽ Noch eine Geschichte dreht sich diese Woche um ein russisches Fußballstadion, diesmal in St. Petersburg. Die Liste der Skandale rund um das Krestowski-Stadion in Russlands „zweiter Hauptstadt“ ist lang: Verzögerungen, Kostenexplosion und Korruption schon in der Bauphase. Später dann immer wieder Lecks im Dach, durch die es reinregnete – an denen sollten, wir erinnern uns, spitze Vogelschnäbel schuld sein. Lustige These, stimmte aber dann doch eher nicht.

Ein tatsächlicher Schuldiger fand sich dagegen jetzt vor Gericht wieder. In diesem Fall ging es nicht um das undichte Dach, sondern um Korruption. Marat Oganessjan hat gestanden, als Vize-Gouverneur den Auftrag für eine Videowand im Stadion einem befreundeten Unternehmer zugeschustert zu haben – wohl wissend, dass der das Geld einstreichen würde, ohne dafür die bestellte Wand zu liefern. Aufgrund von Oganessjans Aussage sollen nun weitere Beteiligte an illegalen Deals beim Stadionbau verfolgt werden.

⚽ Nicht nur Luschniki ist renoviert worden, auch am Stadion von Dynamo Moskau wird gebaut. Eine Gruppe Sportmanagement-Studenten durfte jetzt die Baustelle besuchen, ein Reporter von Sport Express hat sich ihnen angeschlossen. Gemeinsam waren sie sowohl im Stadion als auch in den Katakomben unterwegs.

Genau genommen entsteht hier ein ganzer Sportkomplex, auch Eishockey- und Basketballspiele sollen auf dem Gelände ausgetragen werden. Dass die Besuchergruppe abends im Dunkeln unterwegs war, lässt die Bilder, die Sport Express zu der Reportage veröffentlicht hat, besonders eindrucksvoll wirken.

⚽ Ach komm, eins noch! Das ist dann aber auch das letzte Stadion in dieser Russball-Ausgabe: In Jekaterinburg haben sie ja, um Platz zu schaffen, eine Tribüne so weit verlängert, dass sie jetzt aus dem Stadion herausragt. Kommste raus, kannste reingucken. Dazu noch das aktuelle Winterwetter, und ein Hauch von Eiger-Nordwand umweht das Gebäude, in etwa so:

⚽  Schlaf schneller, Genosse, auf dein Bett wartet schon ein anderer: Studenten in mehreren russischen Städten sollen während der Sommersemesterferien aus dem Wohnheim ausziehen, damit dort Sicherheitskräfte für die Fußball-Weltmeisterschaft wohnen können. In Nischni Nowgorod, Samara, Saransk und Jekaterinburg – alles WM-Austragungsorte – haben die Unis laut Moscow Times auf Anweisung des russischen Bildungsministeriums bereits so umgeplant, dass das Semester früher endet.

Am 14. Mai sollen dann Mitglieder der Nationalgarde in die Studentenwohnheime ziehen. Russlands Studentenorganisation hat sich allerdings bereits mit einem Protestbrief an Regierungsschef Medwedjew gewandt. Schließlich bräuchten viele Studenten ihre Wohnheimzimmer, weil sie während der Semesterferien Praktika machen. Ein Zimmer auf dem freien Markt wäre für viele von ihnen zu teuer – erst recht, wenn die WM die Preise in die Höhe treibt. (Servicehinweis am Rande: Das Internationale Moskauer Filmfestival wird übrigens ebenfalls wegen der WM verlegt.)

⚽  Das war ein komisches Gefühl neulich im Russischunterricht: Sie habe ja nun „Joseph und seine Brüder“ von Thomas Mann endlich durch, sagte meine Lehrerin, wie ich das denn fände? Hüstel, nuschel, leider nie gelesen. Es folgte eine kurze Analyse, warum sich das dringend ändern muss, wie das Werk sich zur Josephsgeschichte der Bibel verhält und wie zu Manns Gesamtwerk. Der klassische Literaturkanon ist hier in Russland immer noch sehr wichtig, wichtiger als anderswo.

Dazu passt eine Umfrage, die Bombardir.ru neulich gemacht hat: „Was lesen russische Fußballspieler“, wollte die Website wissen. Ergebnis: Sergei Ryschikow von Rubin Kasan liebt Hemingway, Rostows Wladimir Djadjun gibt „Der Letzte Mohikaner“ als Lieblingsbuch an. Auch deutschsprachige Literatur ist gut vertreten: Jewgeni Baschkirow von Krylja Sowetow Samara nennt „Mein Name sei Gantenbein“, sein Kollege Nikita Baschenow vom FSK Dolgoprudny schwört auf den „Steppenwolf“. Je länger man durch die Liste scrollt, desto ungebildeter fühlt man sich – bis man zu Sergei Parschiwljuk kommt. Der Mann ist immerhin russischer Nationalspieler, und was hat er als Lieblingsbuch angegeben? „Der Teufel trägt Prada“. Danke!

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Zum Schluss noch eine Runde Schadenfreude? Ach kommt, ihr wollt es doch auch! „Sitz gerade“, „Nimm die Füße da runter“, „Nicht kippeln“ – na, auch gerade eure Eltern im Ohr gehabt? Die von Wasiliy Utkin haben bestimmt auch versucht, ihm das alles abzugewöhnen. Alles ohne Erfolg – der Fußballkommentator von Sport FM hat sich trotzdem bei der Arbeit so richtig schön hingefläzt, gut sichtbar im Livestream. Das konnte auf Dauer nicht gutgehen – und das tat es auch nicht, wie dieses Video zeigt.

Beeindruckend, wie Utkins Kollege erst noch versucht, weiter zu moderieren. Utkin selbst nahm die Sache mit einer großen Portion Selbstironie. Er twitterte den Clip, bei dem seine Adidas-Schuhe plötzlich ins Zentrum des Geschehens rücken, mit dem schlichten Kommentar: „Schuhwerbung. Teuer. #adidas“



 

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Russball, Folge 5: Frauenfußball, Stalingrad und Alkohol

Draußen Regen, drinnen Kerzenschein. So schön, dieser Moskauer Herbst, da kann man sich wenigstens aufs Bloggen konzentrieren und wird nicht durch Draußensitzen, Freilufttrinken oder gar Grillen abgelenkt. Okay, er hätte jetzt nicht schon im Juli anfangen müssen, aber was soll’s.

12 Grad und Regen, das hat ja auch seine schönen Seiten: Wenn hier demnächst die neue Saison in der Ersten Liga anfängt, können sie einfach von Anfang an den roten Fußball nehmen. Kann ja nicht mehr lange dauern bis zum ersten Schnee.

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⚽ Eine Erfolgsmeldung zum Start. Die immer wieder vorgebrachte These, dass sportliche und andere Großereignisse in autoritär regierten Ländern dazu beitragen können, diese weltoffener, freier, liberaler zu machen, ist endlich belegt. Seit wenigen Tagen gilt in Russland tatsächlich eine neue Regelung, die einen entscheidenden Lebensbereich liberalisiert: den Konsum

Wer alkoholische Getränke kaufen wollte,  musste dazu bisher an der Kasse auf Nachfrage den Pass zeigen. Künftig geht das auch mit Führerschein oder Fan-ID, schließlich sollen auch Touristen an Bier oder Wodka kommen, wenn sie gerade den Pass nicht dabei haben. Geschichte wird gemacht. Es geht voran. 

⚽ Schon der zweite deutsche Neuzugang bei Lokomotive Moskau innerhalb weniger Monate. Warum das keiner mitbekommen hat? Weil es nicht um Spieler geht. Ende Januar hat sich der Verein Erik Stoffelshaus als neuen Sportdirektor geholt, der vorher erst ein gutes Jahrzehnt bei Schalke und dann einige Jahre in Kanada war (und in seiner Twitter-Biografie stilecht „Entscheidend is auf’m Platz!“ zitiert).

Jetzt stößt Willi Kronhardt, ehemaliger Profifußballer und Trainer, als internationaler Scout hinzu. Der Mann ist das, wozu wir oft etwas ungenau „Russlanddeutscher“ sagen, was in seinem Fall heißt: Er verbrachte die ersten Jahre seiner Kindheit in Kasachstan. Und so, wie ich ihn hier gerade als Deutschen reklamiert habe, titelt die Website „Tengrinews.kz“ ihrerseits dann auch ganz stolz: „Gebürtiger Kasache bekommt einen Posten bei Lokomotive Moskau.“

⚽ An Polina Gagarina erinnert sich vielleicht die eine oder der andere noch, sie hätte mit „A Million Voices“ 2015 beinahe den Eurovision Song Contest gewonnen. Nun reicht sie, mit ordentlich Vorlauf, schon mal ihre Bewerbung für den Fußball-WM-Hit 2018 ein: „Команда 2018“, also „Mannschaft 2018“, wobei es laut Gagarina und ihren Mitmusikern DJ Smash und Egor Kreed nicht nur um Fußball gehen soll: „Ein Team, das sind nicht nur 11 Leute auf dem Platz. Ein Team, das sind wir mit dir zusammen.“ Kuckstu hier:

⚽ Beim Confed Cup war ja erst kurz vor Beginn klar, welcher russische Fernsehsender zu welchen Konditionen die Spiele zeigen würde. Insofern ist es nicht allzu beunruhigend, wenn man liest, dass es für die russischen Übertragungsrechte der Fußball-WM noch keine Einigung gibt. Sind ja noch elf Monate bis zum Eröffnungsspiel. Okay, AP merkt zu Recht an, dass die FIFA sowas sonst Jahre im Voraus aushandelt. Aber eben nicht in Russland.

In den USA hält FOX die Übertragungsrechte und wird darum jetzt fleißig von allerlei Social-Media-Plattformen umworben. Facebook, Snapchat und Twitter wissen schließlich alle, wie sehr Sport ihre Nutzer begeistert und bindet – und sollen daher Angebote in zweistelliger Millionenhöhe gemacht haben, um online Videos von Höhepunkten der Spiele zeigen zu dürfen. 

⚽ Was auch noch unklar ist: Wo die Fans alle wohnen sollen, die da kommenden Sommer zur WM anreisen. Rosturism, die russische Tourismusbehörde, kommt in einer Bestandsaufnahme zu dem Schluss, dass es nicht genügend Hotels gibt. Von den elf Spielorten gebe es lediglich in Moskau, Sankt Petersburg, der Republik Tatarstan (also rund um Kasan), der Region Krasnodar (Sotschi) und der Oblast Swerdlowsk (Jekaterinburg) ausreichend Hotelzimmer. 

Im Umkehrschluss heißt das: Wer ein Spiel in Kaliningrad, Nischni Nowgorod, Rostow am Don, Samara, Saransk oder Wolgograd sehen will, sollte die Daumen drücken, dass sich da bis zur WM noch was tut – oder damit planen, auf Hostels oder Privatunterkünfte auszuweichen.

⚽ „Der Fußball und die Deutschen“ überschreibt Trud.ru eine lange Analyse, die auch „Warum klappt das da in Deutschland mit dem fußballerischen Erfolg und bei uns in Russland nicht?“ heißen könnte. Als Hauptunterschied sieht Autor Sergeij Stetschkin die erfolgreiche deutsche Nachwuchsarbeit. „Bei der WM 1998 wurde Deutschland von Kroatien 3:0 geschlagen, bei der EM 2000 kam es nicht über die Gruppenphase hinaus.“ Schwerfällig und alt sei die Mannschaft gewesen, im Schnitt 31 Jahre. „Daraufhin krempelte der DFB die Ärmel hoch und stieß Reformen an.“ Das Ergebnis: jüngere Nationalspieler und eine erfolgreichere Nationalelf.

2012, so Stetschkin, hätten Deutschland und Russland sogar ein Memorandum zur Zusammenarbeit unterzeichnet, doch daraus sei nichts geworden, „und das kann man nicht den Deutschen vorwerfen.“ Was die Übertragbarkeit deutscher Nachwuchsförderung auf Russland angeht, ist er ohnehin Pessimist: Russland habe zwar in jüngster Zeit selbst einige Fußballschulen eröffnet. Doch die funktionierten nicht, weil „Lobbyarbeit, Vetternwirtschaft und Korruption auf allen Stufen der Bildungspyramide blühend gedeihen.“

⚽ Die britische Regierung ist früh dran und hat ihren Reiseratgeber für Fußballfans, die kommendes Jahr zur Weltmeisterschaft nach Russland reisen wollen, schon fertig. „Be on the Ball“ handelt umfassend und sorgfältig die wichtigen Baustellen ab: Sicherheit, Krankenversicherung, Visum. Die russische Eigenart, dass man sich bei der örtlichen Polizei registrieren muss. Dass Tickets nicht reichen, um ins Stadion zu kommen, sondern auch eine Fan-ID nötig ist. Alles knapp und nützlich, auch für Nicht-Briten. 

Lustig auch, welche Bedürfnisse die Autoren den reisenden Fußballfans unterstellen: Der ultrakurze Sprachführer am Ende des Ratgebers besteht aus gerade mal 18 Einträgen. Eins, zwei, drei, bitte, danke, guten Tag, auf Wiedersehen. Ich spreche kein Russisch, sprechen Sie Englisch? Und dann die Frage ganz zum Schluss, nicht etwa nach Essen, Bier oder Arzt, sondern, wie dieser Screenshot zeigt, nach der absoluten Grundversorgung: „Wie heißt Ihr WLAN-Passwort?“

 

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⚽ Vor der Fußball-Weltmeisterschaft wird der WM-Pokal schon mal auf Tour durch Russland geschickt und tingelt in zwei Etappen allerlei große Städte ab. Man kann sich dazu die extrem begeisterte Pressemitteilung durchlesen, die die FIFA dazu rausgehauen hat. Oder man liest bei The18.com eine gar nicht mal so unlustige Mischung aus Fakten und Sarkasmus zum selben Thema: „24 – Zahl der Städte, die der Pokal besuchen wird. 108 – Zahl der Pinkelpausen unterwegs.“

⚽ „Profitiert der Frauenfußball in Russland von der WM?„, fragt der Deutschlandfunk, auch wenn es im Beitrag dann nur am Rande darum geht. Wer sich aber für russische Frauen als Sportfunktionärinnen, als Führungskräfte oder einfach für Mann-Frau-Rollenbilder in Russland interessiert, kann hier den Bericht nachlesen. 

⚽ Die Entscheidung über den russischen Pokalsieger wird aller Wahrscheinlichkeit nach kommenden Mai in Wolgograd fallen. Sergej Prjadkin, immerhin Chef der russischen Fußball-Liga, lässt sich so zitieren: „Zu 99 Prozent findet das Spiel in Wolgograd statt – der Vorstand muss es nur noch genehmigen.“ Hundertprozentig fest ist das Datum der Begegnung: der 9. Mai, an dem Russland den Sieg über den Nationalsozialismus feiert.

Termin und Austragungsort passen gleich doppelt zusammen: In der Stadt, die vielen Deutschen als Stalingrad geläufiger ist, finden sich noch heute Spuren des Zweiten Weltkriegs; 2018 jährt sich der sowjetische Sieg in der Schlacht von Stalingrad zum 75. Mal. Wolgograds WM-Stadion wiederum entsteht in Sichtweite der monumentalen „Mutter Heimat“-Statue, die mit erhobenem Schwert ihre Landsleute aufruft, in den Kampf zu ziehen. Wer derzeit die Anhöhe zur „Rodina-mat“ hochsteigt, blickt genau auf die Stadionbaustelle.

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Nochmal kurz zum Deutschlandfunk: In dessen Sendung „Sport am Samstag“ habe ich ein bisschen was erzählt dazu, wo es bei der Abstimmung zwischen FIFA und russischen Organisatoren noch hakt (die Phantomtickets, ihr erinnert euch), wie sehr der russische Staat im Blick hat, wann man sich als Fan hier wo aufhält, und wie sich das anfühlt. Mehr dazu hier, der Button zum Nachhören versteckt sich in der unteren rechten Ecke des Aufmacherfotos.



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