Wo der Weihnachtstinnef herkommt

Strohsterne, Kugeln, Engelchen, vielleicht auch noch Lametta: Wenn es nicht gerade Geerbtes oder Selbstgebasteltes ist, dann stehen die Chancen gut, dass euer Christbaumschuck aus Yiwu kommt. 50.000 Menschen drängen sich dort täglich auf einem Gelände, das sich selbst den „Weltgrößten Großmarkt für Massenartikel“ nennt. Groß, größt, Massen – der Name passt: 340.000 Quadratmeter Fläche, 9000 Läden auf mehreren Etagen, jeweils mit Warenmustern einer Fabrik.

Massenartikel, das kann alles heißen von Backformen bis Hüten, von Modellschiffen bis Teekannen, von Standuhren bis Handtaschen. Und eben Weihnachtsdeko. Das ganze Jahr lang ist sie in Yiwu im Angebot – nach offiziellen Angaben kommen Kunden aus 219 Ländern hierher. Kein Wunder also, dass sich auf dem Großmarkt von Yiwu sogar Läden halten, deren komplette Produktpalette nur aus Lametta und Girlanden besteht.

Was wir im Winter an unsere Bäume hängen, dafür werden in Yiwu im Frühjahr die Verträge ausgehandelt und abgeschlossen. „Jetzt im Herbst verkaufen wir nur noch innerhalb von China“, hat einer der Händler uns beim Besuch dort im November erzählt. Das sind dann oft Restposten, für die es keinen anderen Abnehmer gab: „Bei uns ist Weihnachten nicht so wichtig, die Leute haben deshalb nicht so hohe Ansprüche an ihre Dekorationen.“

Von der Finanzkrise, so eine Verkäuferin, merken die Weihnachtshändler übrigens noch nicht viel: Die Bestellungen aus Europa laufen immer noch gut, einzige Ausnahme: „Nach Spanien verkaufen wir kaum mehr etwas.“

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