Der wichtigste Mitarbeiter der US-Botschaft in Peking

Streng nach Organigramm arbeitet in der amerikanischen Botschaft hier in Peking natürlich niemand, der wichtiger ist als der Botschafter. Gary F. Locke war schon Obamas Wirtschaftsminister, davor Gouverneur von Washington, außerdem ist er der erste US-Botschafter in China, der selbst chinesische Wurzeln hat. Kein ganz unwichtiger Mann, sicherlich.

Deutlich mehr Macht hat aber einer seiner Mitarbeiter. Keine Ahnung, wie er heißt oder was er vorher so gemacht hat. In seinem aktuellen Job jedenfalls entscheidet er, wie meine Mitbewohner und ich unsere Tage verbringen. Drinnen oder draußen? Museum oder Straßenbummel? Wenn raus, dann wann am Tag? Für Mitbewohner 2, der ziemlich sportlich ist, entscheidet der Botschaftsmann, ob im Freien gelaufen wird oder im Fitness-Studio. Und für uns alle, ob ein Maskentag ist oder kein Maskentag.

Ausgeübt wird diese Macht beiläufig und gut organisiert. Mit einem Tweet pro Stunde. Der hier zum Beispiel erklärt, warum ich mich heute zum Arbeiten nicht in den Innenhof gesetzt habe, sondern ins Café.

 

Wobei „very unhealthy“, sehr ungesund, noch nicht das obere Ende der Skala ist. Schließlich gibt es noch „hazardous“, gefährlich. Schon „ungesund“ kann bedeuten: Kratzen im Hals, Husten, eine Sicht wie bei leichtem Nebel. Ein Segen, wenn es dann, wie in der Nacht zu Dienstag, regnet und den Dreck aus der Luft wäscht. Dann meldet der Botschafts-Account:

 

Immer im Winter wird die Luftverschmutzung schlimmer, sagen die Pekinger. Was das bedeutet, zeigen diese Fotos hier. Ich hoffe, der wichtigste Botschaftsmann hat eine gute Maske und einen kurzen Weg zur Arbeit.

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