Der Unterschied zwischen einer Großstadt und einer Riesengroßstadt

Metroplan Moskau und Kiew
Die Metronetze von Moskau (links) und Kiew.

Nichts gegen Moskau. Auf Moskau lass ich nichts kommen. Wäre Moskau anders, es wäre nicht Moskau.

Aber.

Moskau, Rushour, die Metro ist so voll, dass wir an jeder Haltestelle Menschenmikado spielen. „Iswinitje, Entschuldigung“, sage ich zu der Frau, mit der es mich diesmal zusammengeworfen hat, während wir sortieren, welcher Arm wem gehört. Sie guckt mich nicht mal an. Stille, und dieser leere Blick, der signalisiert: Wer ist diese gefährlich Derangierte, die hier einfach Blickkontakt aufnimmt, und was ist das für ein seltsamer Laut, den sie von sich gibt?

Nächster Halt, nächstes Bremsmanöver. Ein Mann steht auf meinem Fuß. Ich murmele automatisch eine Entschuldigung. Er schweigt, geht aber nach einigen schmerzhaften Momenten wieder runter vom Fuß, das reicht ja wohl. Kein Wort, nichts.

„Merkst du eigentlich nicht, dass du die einzige bist, die sich entschuldigt?“, sagt ein deutscher Freund irgendwann. „Lass das doch einfach. Du outest dich bloß als Fremde.“

Kiew, Rushour, die Metro ist voll, aber man hat immerhin noch Platz für sich und seine Ellenbogen. Zwei Jungs, vielleicht 12 oder 13, steigen ein und stellen sich neben mich. Kurz darauf guckt mich einer an und murmelt etwas.

Ich: „Iswinitje?“ – Er: „Murmelmurmel.“ – Ich: „Ich verstehe Sie nicht.“ Ein Mann, der daneben steht, springt ein, auf Englisch: „Er hat „Iswinitje“ gesagt, das heißt „Entschuldigung“. Weil er sie doch eben angerempelt hat.“

Das zählt hier also als Anrempeln. Hatte ich nicht mal bemerkt. An der nächsten Haltestelle muss ich raus, schiebe mich an den beiden vorbei und sage, reflexhaft, natürlich: „Iswinitje.“ „Byebye“, antwortet der eine leise.

(Danke an Gareth Barnaby für das Bild mit den Metroplänen)

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Wo Moskau seinen Düsseldorf-Park versteckt

Düsseldorf-Park Moskau

Moskau und Düsseldorf sind Partnerstädte, schon seit mehr als 20 Jahren. Als Knapp-neben-Düsseldorf-Geborene und Heute-in-Moskau-Lebende fand ich es natürlich interessant, ob man das abseits von Delegationen und Terminen hier irgendwo merkt. Gibt es einen Hauch von Düsseldorf im Moskauer Alltag? Also, abgesehen von der Tatsache, dass auch hier Bier und Eishockey populär waren. Irgendwann hörte ich von diesem Ort, dann kam auch noch ein freier Tag dazu. Zeit für eine Mission – schließlich sind Livetweets nicht nur bei großen Nachrichtenlagen interessant.

Für den ersten Streckenteil schlug Google Maps einen von Moskaus schicken neuen „Magistral“-Bussen vor – besonders schnell, besonders modern, besonders blau lackiert. Seit der letzten Fahrplanumstellung gibt es diese Magistrals, die weniger oft halten und einen dafür zügig von A nach B bringen. Und zügig ist, wenn ich so auf meinen Stadtplan blicke, eine gute Sache.

Die Strecke führt erst mal durchs Zentrum – vorbei an der Leninbibliothek, an Alexandergarten und Kreml zur Rechten und Duma und Bolschoi-Theater zur Linken. Endstation ist an der Metro-Haltestelle Kitai-Gorod, immer noch zentral. Aber ich kann mich nicht erinnern, hier schon mal in die violette Linie gestiegen zu sein. Denn die ist, wenn man nicht gerade mal dringend vom Puschkindenkmal zur Geheimdienstzentrale will, für wenig gut.

Bei Twitter melden sich unterdessen allerlei Leute mit Düsseldorf-Bezug. Gemeinsam schmieden wir Pläne für die Umbenennung einer Düsseldorfer U-Bahn-Station und betreiben meteorologische Vergleiche. Nebenbei lerne ich außerdem, wo Düsseldorf noch so Partnerstädte hat.

Ich steige da aus, wo die Gestaltung der Metrostationen mit deutlich weniger Enthusiasmus betrieben wird als in den unterirdischen Palästen im Stadtzentrum: In Textilschtschiki. Früher ein eigenständiger Ort, in dem Textilarbeiter lebten. Seit 1960 ein Moskauer Stadtteil voller Wohnhochhäuser.

Hier fühlt es sich nach Vorort an, und Fußgänger sind ganz furchtbar egal: Um von der Metro zur Bushaltestelle zu kommen, tauche ich erst verwirrt durch dieselbe Unterführung hin und her, gehe dann querfeldein zwischen zwei Gebäuden hindurch und muss schließlich noch ohne Ampel eine sechsspurige Straße überqueren. Dafür ist der Bus Nr. 350 dann erst mal weg. Zwanzig Minuten warten bis zum nächsten – als Moskauer Innenstadtbewohnerin ziemlich ungewohnt.

Hier draußen heißen die Bushaltestellen ganz profan „Ljublinskajastraße 139“ oder „Pererwastraße 50“ – keine Sehenswürdigkeiten, auch sonst kaum Bemerkenswertes. Nur Bettenburgen, Schnee, Schlaglöcher und der wackere Bus, der tatsächlich irgendwann da hält, wo ich raus will. „Djusseldorfski Park“ steht auf dem Schild, und daneben gibt es gleich ein paar Verbote, fürs Heimatgefühl.

Akkurat umzäunt ist der Park, hinter dem Gitter steht links eine kleine Kirche, sogar noch mit Kind in der Krippe davor – hier in Russland ist Weihnachten ja noch keine drei Wochen her. Ansonsten: Schaukeln, Klettergerüste, viele Frauen mit Kinderwagen. Die Wege sind eher schneefrei getrampelt als geräumt, der Blick fällt in alle Richtungen auf Wohnblocks. Mitten im Park bellt ein hysterischer Hund einen Mann an, der falschrum steht – eine Radschläger-Skulptur, bedruckt mit cartoonartigen Düsseldorfer Stadtszenen. Gehry, Altbier, Karneval.

„Das Symbol Düsseldorfs – ein Kind, das ein Rad schlägt“, erklärt die Tafel neben der Skulptur, und dass das hier ein Geschenk von Düsseldorf an Moskau war, zur Einweihung des Parks vor acht Jahren. Beim Versuch, dazu mehr zu ergoogeln, erfahre ich noch, dass Düsseldorf in Ostdeutschland liegt. Nun ja. Die restliche Runde durch den Park ist schnell gedreht, zwischendurch noch einmal über den schneebedeckten Rasen zum Teich, der bei den etwas älteren Kindern gerade sehr populär ist.

Erkenntnis des Ausflugs: Es gibt ihn also wirklich, den „Djusseldorfski Park“ – nur wird ihn kein Moskauer finden, der ihn nicht ausdrücklich und mit viel Einsatz sucht. Oder in einem der vielen Hochhäuser von Textilschtchiki wohnt.

Alle Tweets zum #DjusseldofskiPark gibt es hier zum Nachlesen.

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Osterbesuch mit Kindern in Moskau

Was man so lernt, wenn Besuch mit vielen Kindern nach Moskau kommt: Dass die Menschen in der Metro und im Bus aufstehen, manchmal sogar aufspringen, um ihre Sitzplätze anzubieten. Dass den Moskauer Stadtplanern hingegen Kinder genau so egal sind wie Rollstuhlfahrer oder alte Menschen – kaum Ampeln, dafür Unterführungen; kaum Rampen, dafür Treppen. Dass man darum im Idealfall nur so viele Kinder bei sich haben sollte, wie man tragen kann.

Dass, wer bei einstelligen Plusgraden einem zufriedenen Kind mit warmen Händen und Ohren keine Mütze aufnötigt, alle paar hundert Meter von russischen Frauen in international verständlichen Vorwurfsgesten getadelt wird. Weht zusätzlich ein leichter Wind, stimmen auch russische Männer mit ein. Kinder, die einen Fünf-Meter-Radius um ihre Eltern verlassen, bekommen von anderen Spielplatzbesuchern auch schon mal die offene Jacke zugemacht.

Dass georgisches Essen (Chatschapuri! Auberginenröllchen! Schaschlik!) und usbekisches Essen (Hummus! Manti! Schaschlik!) über Generationen hinweg konsenstauglich ist. Dass die Rutsche vorm Haus echt für Babys ist, die kann man ja rauflaufen.

Dass nach einer gemeinsamen Woche die ersten russischen Worte beim Kinderbesuch hängen bleiben (iswinitje und spasibo, gottseidank). Und dass man „Stimmt es, dass in Russland Ostereier mit Zwiebelschalen gefärbt werden?“ mit ein bisschen Geschick abbiegen kann in Richtung einer deutlich einfacheren, unterhaltsameren Variante.

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Nützliche Russland-Apps für Touristen und andere Zugereiste

startupstockphotos best russia apps

Welche Apps braucht man in Russland, vor allem in Moskau? Was muss drauf aufs Handy? Zum Start zwei Tipps, die banal klingen, aber viel Zeit sparen: Google Translate als App statt im Browser ist mobil um vieles einfacher zu handhaben. Auch Chrome lohnt sich, wegen derselben Google-Technologie: Eine russische Website mit einem Klick übersetzen zu können, das ist schon sehr nützlich.

Metropolitan App ScreenshotWas noch? Einen Metro-Plan, zum Beispiel „Metropolitan“ oder „Yandex Metro„. Sie schlagen Routen vor, helfen bei der Orientierung und verschaffen Durchblick bei Spezialitäten, wie sie Moskaus Metronetz reichlich hat: Teatralnaja, Ochotni Riad und Ploschad Revolutsii? Dieselbe Haltestelle auf unterschiedlichen Linien. Arbatskaja in Hellblau und Arbatskaja in Dunkelblau? Unterschiedliche Haltestellen, an denen man also auch nicht in die jeweils andere umsteigen kann. Nur auf die Fahrtdauer-Prognosen sollte man sich besser nicht verlassen, es dauert eigentlich immer länger.

Neben der Metro gibt es Busse, Straßenbahnen, Oberleitungsbusse und kleine Marschrutki – bloß keine gute Fahrplan-App dafür. Selbst Mosgortrans, der ÖPNV-Betreiber in der Hauptstadt, verweist für Fahrplanauskünfte schlicht auf Google Maps, viele Russen nutzen auch dieselbe Funktion in Yandex Maps. Speziell bei Bussen schlägt Rusavtobus auch schon mal gute Alternativen vor, kann also nicht schaden.

GetTaxi ScreenshotOder Taxifahren? Wer an einer großen Moskauer Straße die Hand raushält, vor dem hält schnell der erste Privatwagen und fordert zwei Fähigkeiten ein: den TÜV-Prüfer-Blick, ob man sich diesem Menschen und diesem Auto anvertrauen will, und ausreichende Russisch-Kenntnisse, um Ziel und Preis auszuhandeln. Ob sich der Fahrer dort dann noch erinnern wird oder behaupten, man habe sich auf das Doppelte geeinigt, ist Glückssache. Die Alternative sind deshalb Apps wie YandexTaxi und GetTaxi (englische Menüführung), mit festen, transparenten Preisen und einem Bewertungssystem für Fahrer. Bloß Finger weg von CityMobil, das sind ekelige Rassisten.

WordLens ScreenshotNützlich zur Orientierung unterwegs ist auch WordLens – eine App, die Schriftzüge erfasst und auf dem Handy-Bildschirm eine Übersetzung anzeigt. Einmal eingerichtet (erst die App runterladen, die Sprachpakete gibt es dann als In-App-Käufe, aber zum Preis von null Euro) taugt das für alles von Straßenschildern bis zu Joghurt-Etiketten an der Milchtheke. Auch eine App zum Scannen von QR-Codes lohnt sich, denn viele Sehenswürdigkeiten in Moskau haben großformatige Codes an der Fassade.

Friendly Moscow ScreenshotZum Weggehen hat Afisha sicher den besten Terminkalender, allerdings gibt es die App bisher nur auf Russisch. Keinen Kalender, aber viele Ideen abseits der gängigen Touri-Ecken bietet Friendly Moscow. Dort hab ich zum Beispiel vom Spielautomaten-Museum gehört und da großen Spaß gehabt. Nur die Suche nach einer geheimen Bar endete mit einem bocklosen Wirt, der nicht mal zum Fenster rausrufen wollte, als wir im Innenhof standen, aber den Eingang nicht fanden. Nun ja. Größere Restaurant- und Cafébetreiber haben außerdem oft Sammel-Apps für ihre verschiedenen Läden – aus dem Angebot von FriendsForever lohnt sich zum Beispiel das Breakfast Café, bei iGinza das Sixty und die Mercedes Bar.

memrizeWas Apps zum Russischlernen angeht, hat mich bisher nur wenig überzeugt. VOCLab (falsch übersetzte Vokabeln), Bravolol (keinerlei Methodik), Babbel (ziemlich strammes Bezahlmodell), irgendwas war immer. Hängengeblieben bin ich schließlich bei memrize. Die App ist zum Lernen generell gedacht – Hauptstädte, Jahreszahlen, Sprachen – und legt einem systematisch und in kleinen Gruppen Vokabeln und Floskeln zum Wiederholen vor. Dazu gibt es so bekloppte Eselsbrücken, dass sie aus purem Schmerz hängenbleiben. Zwei Häkchen allerdings auch hier: Erklärt wird das Russische aus dem Englischen, das macht die Aussprachetipps manchmal verwirrend. Und neue Kurse kann man nicht innerhalb der App laden, nur per Umweg über die Website.

ponsZum Schluss noch ein Tipp zu Wörterbüchern: Für die Pons-App in der Größe „Kompakt“ (285.000 Einträge) zahlt man aktuell 14,99 Euro. Dafür liest sie Begriffe vor, liefert bei Verben die Konjugation und bei Substantiven die Deklination als Tabelle mit und kann noch einiges mehr, was ich noch nicht ausprobiert habe (Handschrifterkennung, Vokabelkärtchen). Für einen Urlaub in Russland sicher nicht nötig, aber fürs Leben hier eine gute Sache.

Für weitere Reisen hier noch ein paar nützliche China-Apps.

(Foto: Startup Stock Photos)

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Moskaus Metro in Karten

Das Metro-Netz der Moskauer Innenstadt, Screenshot aus der "Metropolitan"-App
Das Metro-Netz der Moskauer Innenstadt (Screenshot aus der „Metropolitan“-App)

Moskaus Metro zeichnet sich durch vieles aus: Durch prunkvolle Stationen, durch WLAN auf viele Strecken, durch vorbeiwabernde Geruchsblasen aus Alkohol und verschwitztem Polyester zu beliebiger Tageszeit. Auch – hier liebevoll und im Detail dokumentiert – durch Fossilienfunde in den Steinsäulen, zum Beispiel in der Haltestelle Pawelezkaja.

Was ihr allerdings fehlt, sind Metropläne, jedenfalls die aus Papier. Was man in London an jeder Haltestelle nachgeworfen bekommt, gibt es in Moskau nicht mal auf Nachfrage beim Fahrscheinkauf. Auch auf den Bahnsteigen hängen selten Netzpläne – dann schon eher an die Wand geflieste Listen der nächsten Stationen. Online gibt es dafür Metro-Pläne satt, und viele von ihnen zeigen mehr als bloß Linien und Haltestellen.

Die offizielle Karte

Official Moscow Metro map

Ende 2012 hat die Moskauer Stadtverwaltung einen Wettbewerb fürs beste Design eines Metroplans ausgeschrieben. Gewonnen hat das Designstudio von Artemy Lebedev, der hier noch mal genauer erklärt, was er sich dabei gedacht hat. Geschwungene Linien, sanfte Kurven. Kreise statt bloß Punkte, wo sich mehr als zwei Linien treffen. Übersichtlich.

Die Partisanenkarte

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Im Jahr drauf klebte in einigen Metro-Wagen plötzlich die sogenannte „Partisanenkarte“- kein Spaßprojekt, sondern ein gezieltes Statement. Die Gruppe „Partisaning„, die Kunst im öffentlichen Raum und politische Inhalte kombiniert, wollte darauf aufmerksam machen, was ihrer Meinung nach in der Moskauer Verkehrspolitik alles falsch läuft: Dass zum Beispiel teure neue Metrolinien gebaut werden, anstatt andere ÖPNV-Möglichkeiten geschickter zu kombinieren, oder dass Autos die Moskauer Innenstadt und die Ausfallstraßen verstopfen.

Bei der Guerilla-Aktion plakatierten die Aktivisten darum ihre eigene Karte, auf der unter anderem angegeben war, wie schnell man zu Fuß von A nach B kommt – und wie langsam mit dem Auto. Finanziert wurde das Projekt nach Angaben der Macher mit Spenden aus Deutschland.

Die Aussprachekarte

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Käse an dein prüdes Ohr! Eiche heiß nah Ratte! Park kühl zu lesen! Was klingt wie eine Kombination aus Wodka und Dada wird deutlich sinnvoller, wenn man sich die englische Originalfassung anschaut. Denn auf dieser Karte sind alle Metrohaltestellen so geschrieben, dass jeder mit Englischkenntnissen sie aussprechen kann.

„Cheese to your prude ear“ statt „Chistye Prudy“ also, „Oak hot near rat“ statt „Okhotny Ryad“ und „Park cool to read“ statt „Park Kultury“. Eine Idee, genau mittig zwischen kreativ und bekloppt – und eng verwandt mit zwei Aussprache-Tipps, die ich immer klasse fand: „Hey, ya forgot la yoghurt“ und „I’m a dinner jacket.“

Die historische Karte

Схемы линий / Картинки / Схемы и карты метро

Keine drei Dutzend Haltestellen, ein paar gezeichnete Sehenswürdigkeiten, so sah der Metroplan kurz nach dem Zweiten Weltkrieg aus. Einige Haltestellen heißen heute anders, andere – Kurskaja, Taganskaja – haben bis heute denselben Namen. Irreführend ist höchstens, dass diese Karte im Gegensatz zur Gewohnheit den Norden rechts hat, also um 90 Grad gedreht ist.

Von den Dreißigern bis in die Gegenwart reicht die Karten-Kollektion auf Metro.ru – da kann man sich gut mal festlesen.

Die Zeitreise-Karte

Interactive History of Moscow Metro

Leider nicht richtig einbetten lässt sich diese Seite, aber das Anklicken lohnt: Hier geht die Übersicht an Moskauer Metrokarten noch mehr ins Detail. Wer den Regler ganz nach links schiebt, der sieht die allererste, rote Linie mit ihren 13 Haltestellen.

Zum Kriegsende sind es schon drei Linien, in den Fünfzigern ist die Ringlinie nicht mal ein Halbkreis… Selber gucken geht hier in der „Interaktiven Metro-Geschichte“.

Die Frauenkarte

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Andere gucken in die Wolken und sehen Schäfchen, Alexei Sobolevsky guckt auf den Metroplan und sieht Frauen. Posiert wie der Verlauf der Linien, mal stramm diagonal, mal geschwungen. Alle Bilder gibt es hier als Galerie oder auf Sobolevskys Instagram-Account.

Die Zukunftskarte

Moscow metro in 100 years map

Zum Schluss darf noch mal Artemy Lebedev ran, denn er hat in die Zukunft geblickt. Sicherheitshalber direkt bis ins Jahr 2100 – kürzer wäre auch fatal, 2033 treiben sich in der Metro ja noch allerlei Mutanten rum.

Moskau hat inzwischen dreimal so viele Haltestellen, dazu eine zweite Ringlinie, einen zusätzlichen Flughafen und eine Problem: Langsam werden die Farben für neue Linine knapp, inzwischen gibt es sogar eine regenbogenfarbene. Das Ergebnis sieht, sagt Lebedev zu Recht, „ziemlich verrückt und wunderschön“ aus.

(Hier gibt es übrigens die Metro-Systeme einiger Weltmetropolen im Größenvergleich. Gehört nicht ganz hierher, ist aber auch interessant.)

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