Mit Alice in Wonderland

Dieses dumme Gefühl, wenn man eins und eins zusammenzählt und merkt, das hätte schneller gehen können  – das hatte ich gestern in einem Pekinger Vorort. Ich wusste, wie der nie fertig gewordene Freizeitpark dort heißt. Ich kannte den Vornamen meiner Begleiterin. Und trotzdem hat es erst nach einer halben Stunde klick gemacht: Unterwegs in Wonderland, mit Alice!

Wonderland sollte in den Neunzigern mal eine Attraktion werden und sieht heute aus wie Disneyland nach der Apokalyse. Zum Fotografieren, Filmen, Rumstöbern ideal: keine Wächter, keine Absperrungen, keine Warnschilder. Bitte selber abschätzen, ob dieser Stahlträger trägt, ob diese Treppe langsam nach oben führt oder abrupt nach unten.

Unwahrscheinlich, dass an diesen Gebäuden noch was zu retten ist. Aber die Hecken davor sind frisch geschnitten, und zwischen den beiden größten Gebäuden baut jemand Kohl und Salat an. Der Betonmischer steht still, aber an dem Zelt daneben hängen Kleidungstücke zum Trocknen und es steigt Rauch auf.

In der Herbstsonne sieht Wonderland trotz des Verfalls idyllisch aus. Dass es auch bedrohlich wirken kann, zeigt Catherine Hyland in ihrem Video:

Wonderland from catherine Hyland on Vimeo.

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