Moskaus Metro in Instagram-Bildern – das Making-of

Thinglink wollte ich schon lange mal für ein größeres redaktionelles Projekt testen (diese Newsmap aus der heißen Zeit des Ukraine-Konflikts war eher ein schnelles Nebenprodukt), und im nachrichtenarmen Dezember bot sich endlich eine Gelegenheit. Das Ergebnis kombiniert die Metro und Instagram – zwei Dinge, die die meisten Moskauer benutzen und viele von ihnen sogar lieben.

So zufrieden ich mit dem Ergebnis bin, der Weg dahin war unnötig steinig, und das lag an Instagram. Während Twitter und Facebook einem die redaktionelle Nutzung leicht machen, macht Instagram einem lieber Umstände. (Ein klein bisschen hoffe ich ja noch, dass ich mich einfach dumm angestellt habe und hier später in den Kommentaren nachlesen kann, wie einfach alles gewesen wäre. Aber selbst von Kollegen mit deutlich mehr Instagram-Erfahrung kam auf Fragen hin meist nur: „Nein, die Funktion gibt es wirklich nicht. Ja, das ist doof.“) Darum ein kleines Protokoll.

1. So schlicht und schön sich Instagram mobil nutzen lässt, so umständlich ist es im Browser. Einloggen, Fotos gucken, Fotos liken – viel mehr geht nicht auf Instagram.com. Keine Suchfunktion, auch die Hashtags unter den Fotos sind keine Links. Meh.

2. Zur Suche gibt es externe Dienste wie Iconosquare. Ein Foto der Haltestelle Kievskaya zu finden, geht also so: Bei Iconosquare „Kievskaya“ eingeben. Unter den Suchergebnissen ein Foto finden. Bei Iconosquare das Profil des Nutzers öffnen, der es gepostet hat. Den Nutzernamen rauskopieren und im Tab nebenan hinter Instagram.com/ einfügen. Runterscrollen bis zum Motiv. Motiv öffnen. Link rauskopieren und in Thinglink einbetten.

3. Nein, Thinglink hat im Gegegsatz zu Storify keine integrierte Instagram-Suche.

4. Ja, Moskau hat knapp unter 200 Metrohaltestellen. Nicht alle davon sind schön, aber doch viele.

5. Das unter 2 erwähnte Runterscrollen kann bei fleißigen Instagrammern länger dauern. Nützlich wäre eine Suchfunktion, die nur Posts aus einem bestimmten Zeitraum anzeigt; stattdessen bleibt nur klicken und scrollen, klicken und scrollen. Es empfiehlt sich darum, nur Bilder aus den letzten zwei Wochen zu verwenden. Oder aus Profilen, die noch keine vierstelligen Bilderzahlen gepostet haben. Aber find die mal, in Russland.

6. Auch via Iconosquare kann man Instagram immer nur nach einem einzelnen Hashtag durchsuchen, nicht nach einer Kombination. Wenn die Haltestelle also heißt wie eine Sehenswürdigkeit, der nahegelegene Park oder der ganze Stadtteil, kann die Recherche nach einem passenden Motiv auch schon mal eine halbe Stunde dauern. Bei Twitter würde ich einfach nach „#Sokolniki #Metro“ suchen. Bis dahin bleibt Instagram ein Tool, mit dem ich privat gerne rumspiele, das redaktionell aber eine bessere Benutzeroberfläche braucht.

Franziska Bluhm schreibt hier darüber, was für sie Instagrams Charme ausmacht und wo es noch von anderen lernen könnte.

Von Lars Wienand kam und Katharina Kierig kam der Hinweis auf Mixagram – und ja, das ist zwar noch im Werden, aber manchmal gelingen tatsächlich Suchen nach zwei Hashtags gleichzeitig.

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