Steve Jobs als Abendprogramm bei der re:publica?

Noch gibt es kein offizielles Programm für die re:publica im Mai, nur diese Beta-Version. Also lohnt es sich hoffentlich noch, eine Idee anzubringen. Vorschlag also: Liebe Macher der #rp13, bitte ladet doch Andreas Beck ein! Nicht als Redner, sondern fürs Abendprogramm, als Gastspiel.

Andreas Beck in „Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs“ (Foto: Theater Dortmund)
Beck spielt seit Herbst 2012 am Theater Dortmund die Haupt- und einzige Rolle in „Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs„. Letzten Samstag hatten wir endlich Karten, und es waren 90 grandiose Minuten. Theater, erzählte Reportage, Kabarett. Irgendsowas ist das, ein Monolog jedenfalls, über Apple, Globalisierung, das Leben als Nerd, Steve Jobs und die Arbeitsbedingungen bei Foxconn.

Wer jetzt Betroffenheitstheater erwartet, liegt leider falsch. Der Abend geht von komisch bis beklemmend, und wenn der Text zur Predigt wird, merkt man, dass Mike Daisey durchscheint. Von ihm stammt das englische Original des Textes, und ja, er ist erkennbar ein Mann mit Mission.

Tischdeko bei der Aufführung im Studio des  Dortmunder Theaters
Tischdeko bei der Aufführung im Studio des Dortmunder Theaters
Mike Daisey war in China, er hat mit Foxconn-Arbeitern gesprochen, und seitdem empört er sich. Er kritisiert Steve Jobs – und profitiert mit seinem Theaterprojekt zugleich von dessen Prominenz. (Zur Debatte, ob Daisey wegen seiner Arbeitsweise nun ein zweifelhafter Journalist ist oder einfach ein Künstler, der sich Freiheiten nimmt, kann man hier und hier und in Daiseys Blog einiges lesen).

In der Dortmunder Aufführung geht Andreas Beck zwischen den Zuschauern herum, die in kleinen Gruppen sitzen. Holt hier was aus dem Regal, legt dort einem Gast ganz päpstlich die Hand auf den Kopf. Ein Kraftakt sind diese 90 Minuten, hinterher gibt es Lesematerial zum Mitnehmen, man soll doch mal an Tim Cook mailen, wird da vorgeschlagen. Vor allem aber sorgt Beck mit seinen Schlussworten dafür, dass es sich nach dem Theater anders anfühlt als vorher, das Handy rauszuholen, zu entsperren und auf den Bildschirm zu tippen.

Also, liebe re:publica: Habt ihr für dieses Stück und diesen Schauspieler nicht vielleicht Platz im Abendprogramm? Kann ja nicht jeder in Dortmund wohnen. Da steht „Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs“ im April wieder auf dem Spielplan.

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