Doku-Tipp: Transmoskva

Transmoskva Coda Vika

Eine kurze Phase von Tauwetter und Toleranz, dann zurück zu Diskriminierung und Verfolgung – so stellen sich die letzten Jahrzehnte in Russland für Menschen dar, die schwul, lesbisch, bisexuell oder transgender sind.

Wenn ein Gesetz das „Werben für nicht-traditionelle sexuelle Beziehungen“ verbietet und die Regierung den Schulterschluss mit der nicht als liberal bekannten Orthodoxen Kirche übt, entsteht ein erschreckendes Klima: Laut einer Umfrage aus dem Herbst wollen 37 Prozent der Befragten, dass Menschen, die nicht den im Russland tief gefestigten sexuellen Rollenbildern entsprechen, aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden. 21 Prozent fordern gar deren „Liquidierung“. Der Hass ist mehrheitsfähig.

Wie viel Mut es bedeutet, in solch einem Klima als Transfrau in Russland zu leben, zeigt Vika, die zu Beginn dieser Doku-Reihe als Fahrerin in Moskau arbeitet und gerade das Geld zusammen hat für eine OP, nach der ihr Gesicht femininer aussehen soll. Pascal Dumont hat sie begleitet und daraus die vierteilige Web-Dokumentation „Transmoskva“ gedreht. 

Vier kurze, eindringliche Folgen erscheinen derzeit im Wochentakt bei Coda, einem englischsprachigen Projekt, das hintergründigen, themenzentrierten Journalismus macht. #LGBTcrisis hat das Team seinen ersten Schwerpunkt betitelt, zu dem ein Bericht über die  Hilfsorganisation „Deti 404“ und eine Analyse des russischen Propagandabegriffs „Gayropa“ gehören. Und eben „Transmoskva“, dessen zweite Folge gerade veröffentlicht wurde. Knapp sechs Minuten ist sie lang – und lohnt sich.

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