Wie sich Frauen im Jahr 2016 in Russland verhalten sollen

Felix ist da! Das ist nicht nur eine wunderbare Nachricht für seine deutsch-russischen Eltern, mit denen wir hier schon so einiges erlebt haben. Es ist auch ein Anlass, über die Gesellschaft nachzudenken, in die er da gerade hereingeboren wurde. Denn Felix‘ Mutter bekam vor einigen Monaten von ihrem Arzt dieses Heft in die Hand gedrückt.

mutterpass russland

Sieht aus wie eine Werbebroschüre, ist aber eine Art russischer Mutterpass, nur eben finanziert durch Anzeigen. „Jedes Mal, wenn ich am Eingang zu einem Einkaufszentrum nicht durchleuchtet werden will, muss ich den Sicherheitsleuten jetzt dieses Heft mit der Frau in der ollen Blümchenunterwäsche zeigen“ – gut, dass der Sinn für Humor von Felix‘ Mama so groß ist wie ihr Babybauch kurz vor der Geburt. Denn schlägt man das Heft auf, sind dort nicht nur die üblichen Formulare für Voruntersuchungen drin und Anzeigen für Babykleidung und Kinderwagen, sondern auch wohlfeiler Rat. Seitenweise.

„Nützliche Ratschläge zur Stärkung familiärer Beziehungen“ ist das Ganze überschrieben, was in seiner offiziösen Piefigkeit an Begriffe wie „Ehehygiene“ erinnert. Die Kapitelüberschriften werden da schon konkreter: „Wie versteht man, was ein Mann will?“ (Im Zweifel will er Respekt und Hochachtung. Der Grund, warum Männer in gehobenen Positionen sich in ihre Sekretärinnen verlieben, ist, dass die ihnen respektvoller begegnen als ihre Ehefrau zuhause.) – „Was sind die Stärken von Frauen? Was sind ihre Pluspunkte?“ (Die Schönheit, mit der Gott sie so großzügig ausgestattet hat. Männer mögen keine Frauen, die sich nicht um ihre äußerliche und innerliche Schönheit kümmern.) – „Was tun, wenn Ihr Mann nicht im Haushalt hilft, weil er das für Frauensache hält?“ (Die Erledigung von Hausarbeit ist dem Manne nicht eigen, das ist das Vorrecht der Frauen. Außer, die Frau ist krank, oder der Mann ist eine Ausnahme.)

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Nein, das kommt nicht aus einer Zeitkapsel, die irgendwer in den Fünfzigern am Moskwa-Ufer verbuddelt hat. Das ist die aktuelle Handreichung, die werdende Mütter hier bekommen. In einem Land, das das „Werben für nichttraditionelle Lebensentwürfe“ unter Strafe stellt (und damit nicht nur Engstirnigkeit, sondern auch historische Ahnungslosigkeit beweist), wird eben auch in Mann-Frau Beziehungen darauf geachtet, die Geschlechterklischees aufrecht zu erhalten.

Damit das verfängt, werden auch gleich noch einige Autoritäten ins Feld geführt, genau genommen: Präsidentengattinnen. Und sicherheitshalber, damit man ihnen ordentlich was in den Mund legen kann, ist mit „Präsident“ nicht etwa Putin gemeint, sondern Roosevelt (welcher?), Lincoln und Churchill (Premierminister, nicht Präsident). Ob deren Frauen wiederum das nun selbst gesagt haben sollen oder nur nach diesen Regeln gelebt, wird sicherheitshalber offen gelassen. Diffuser – und damit schwerer zu widerlegen – geht’s kaum. Hier also die ganze Seite als Übersetzung:

Praktische Ratschläge von Präsidentengattinnen zur Verbesserung familiärer Beziehungen

Bekanntermaßen steht hinter jedem berühmten Mann eine Frau. Wenn wir die Biografien berühmter Menschen aus verschiedenen Bereichen lesen, sehen wir dort die Bestätigung. Zum Beispiel bei Roosevelt, Lincoln, Churchill. Lassen Sie uns also einige Ratschläge überprüfen, die diesen Frauen geholfen haben, ihren Männern zu Größe zu verhelfen.

1. Erinnern Sie sich an alle starken Qualitäten und Vorzüge Ihres Mannes und erläutern sie diese laut im Gespräch mit ihm.

2. Schreiben Sie eine „Liste der Dankbarkeiten“ und lesen Sie sich oft durch, wofür Sie Ihrem Gatten dankbar sind. Bringen Sie Ihre Dankbarkeit ihm gegenüber jeden Tag zum Ausdruck – durch konkrete Handlungen, durch Ihr Verhalten, Ihr Gefühl, Ihren Lebenswandel. ( Ich danke Gott oft laut dafür, dass er mir einen prächtigen Mann und Vater meiner Kinder gab, und damit mir diese große Ehre, seine Frau zu sein.)

3. Geben Sie sich Mühe, Ihrem Mann stets mit gutem, zugeneigtem Geist gegenüber zu stehen – fröhlich, friedlich, heiter. Wie sagte schon Salomon: Ein fröhliches Herz ist so heilsam wie Medizin, aber ein trauriger Geist lässt die Knochen vertrocknen.

4. Würdigen Sie seine Arbeit und bringen Sie ihm gegenüber jeden Tag aufrichtiges Interesse zum Ausdruck. Seien Sie sich bewusst und erinnern Sie sich, dass das einer seiner wichtigsten Geltungsbereiche ist, in den er ein Höchstmaß an Kraft und Energie steckt.

Mutterpass Russland

5. Seien Sie ihm dankbar für alles, was er tut, und bringen Sie Ihre Dankbarkeit zum Ausdruck eingedenk dessen, dass Männer versuchen, alles für uns zu tun.

6. Schaffen Sie zuhause eine Atmosphäre, in der er wieder Kraft tanken kann. So verhindern Sie, dass er erst spät nach Hause kommt und bis spät in den Abend mit seinen Freunden unterwegs ist.

7. Laufen Sie Ihrem Gatten entgegen, wenn er von der Arbeit kommt, und freuen Sie sich mit Ihren Kindern, dass Papa zuhause ist. Nichts ist so wichtig für einen Mann wie die Art, wie er zuhause begrüßt wird.

8. Bringen Sie ihn zur Tür, wenn er zur Arbeit muss. Küssen und umarmen Sie ihn, damit er schnell zurückkommen will.

9. Drücken Sie Ihr Vertrauen in ihn aus, indem Sie einfach sagen: „Ich glaube an Dich und vertraue Dir vollständig.“

10. Würdigen Sie kleine Erfolge und sagen Sie: „Ich bin stolz auf Dich!“ Aufmunternde Worte sind für Männer sehr wichtig.

11. Hören Sie ihm aufmerksam zu, wenn er von seiner Arbeit erzählt (schauen Sie ihm in die Augen und tun Sie dabei nichts anderes).

12. Lernen Sie, nicht mit seiner Arbeit zu konkurrieren und auch die Familie nicht als Konkurrenz der Arbeit zu verstehen.

13. Erlauben Sie ihm, Sie zu versorgen und betonen Sie das im Kontakt mit ihm. Und wenn Sie etwas für sich, für Ihr Zuhause oder für Ihre Kinder kaufen, drücken Sie Ihre Dankbarkeit aus und erzählen Sie, dass das der Verdienst Ihres Gatten ist.

Lieben bedeutet, einem Menschen das zu geben, was er am meisten braucht, wenn er es am wenigsten verdient!

Was wünscht man einem Kind, das in eine Zeit geboren wird, wo solche Hefte noch gedruckt werden? Vielleicht, dass ihm seine Mutter die Seiten aufbewahrt, bis er groß ist und seine erste eigene Wohnung renoviert. Schließlich sitzt Tapete auf Makulatur besonders schön.

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Putin der Woche (XXXIII)

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Gesehen: Im Youtube-Kanal des slowenischen Komikers Klemen Slakonja, der mit dem Lied „Putin, Putout“ gerne beim Eurovision Song Contest angetreten wäre. Das wird nichts, aber über zwei Millionen Aufrufe sind ja nun so schlecht auch nicht.

Begleitung: Allerlei Tanzpersonal, eine Flasche Wodka und ein weißes Pferd, auf dem Putin oben ohne reiten darf.

Text: Zu Beginn des Videos geht es um Putins mehr oder weniger vorhandene Englichkenntnisse. Da ist es nur konsequent, dass er in absichtlich holprigem Englisch singt: „I know that World War Three, nobody wants to see – so please, EU and USA, don’t mothersuckers mess with me.“ Und später dann, mit Binnenreim: „And by the way, Eurovision is so gay! But please don’t take my soccer World Cup 2018 away!“

Subtext: Wodka, Militär, Ballerinas, Bären, Schach, Pussy Riot, rote Nelken, Gasvorkommen, High Heels, Hammer und Sichel, Raumfahrt, Buranowskije Babuschki, die Olympischen Winterspiele in Sochi, Amurtiger, Fellmützen – wie viele Russland-Klischees passen eigentlich in ein Youtube-Video? Und wird es lustiger, je mehr wir unterbringen? Warte, wir lassen noch mal den halbnackten Mann auf dem Pferd durchs Bild reiten.

Oben-Ohne-Punkte: 7/10, weil nicht konsequent durchgehalten

(Danke an Oliver Bilger für den Link.)

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Putin der Woche (XXXII)

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Gesehen: Im Handy-Spiel „Демократия“ (Demokratie). Das Prinzip ist einfach: Baut man drei Dollarbündel nebeneinander, entsteht daraus ein Schaf. Aus drei Schafen wird ein Wähler, aus drei Wählern ein Wahllokal, aus drei Wahllokalen eine Wahlurne, aus drei Wahlurnen ein Abgeordneter, aus drei Abgeordneten ein Weißes Haus, aus drei Weißen Häusern ein Dmitri Medwedew und, endlich, aus drei Medwedews ein Putin. Und bei jedem Schritt erscheint Russlands derzeit berühmtester Schnurrbart, Regierungssprecher Dmitri Peskow, und gibt seinen Senf dazu.

Begleitung: Neben den schon erwähnten Vorstufen zum Präsidenten ist vor allem der Bereich über dem Spielfeld interessant. Eine Wüste in der prallen Sonne, in der irgendwann ein bärtiger Mann mit Maschinengewehr erscheint und „“Allahu akbar“ ruft. Es folgt ein russisches Militärflugzeug und, kurz darauf, Baschar al-Assad. Er wirft ein paar Goldmünzen in die Luft, die direkt auf das Konto des Spielers gehen.

Text: „Innovation, Skolkowo, Retweet! Schaffst Du drei Präsidenten in einer Reihe? … welche Verfassung?“

Subtext: Aus Schafen werden Wähler, und am Ende erscheint Putin? Die Macher dieser App haben jeglichen Subtext überflüssig gemacht.

Oben-Ohne-Punkte: 0/10

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Moskaus neue kleine Wladimirs

In der aktuellen Moscow Times schreibt Eva Hartog über Meinungsumfragen in Russland: Warum kann man nur schwer abschätzen, wie groß die Unterstützung für Putin und seine Politik wirklich ist? Was hält Menschen davon ab, eine ehrliche Antwort zu geben, wenn jemand anruft, um sie zu befragen? Als „zynische Apathie“ benennt sie die aktuelle Stimmungslage in Russland – beide Teile des Begriffs zeigen, wie schwer Aussagen über Putins Popularität derzeit sind.

Vielleicht sagt das, was die Menschen tun, ja mehr aus als das, was sie sagen. Also: Wie viele Menschen waren 2015 gewillt, ihren neu geborenen Sohn denselben Vornamen zu geben, den damals auch Mama und Papa Putin ausgesucht haben? Zumindest aus Moskau gibt es dazu Zahlen.

Die Zahl der neu geborenen Wladimirs hält sich, wie man sieht, meist so knapp über 100. Nicht so populär wie Alexander oder Michail, von denen schnell mal 250 neue in einem Monat zur Moskauer Bevölkerung hinzukommen, aber doch deutlich beliebter als Semjon, Pjotr, Sergey, Nikolaj oder, Gott behüte, Ramsan.

Eh jetzt einer moppert: Natürlich weiß man nicht, ob diese Leute ihr Kind tatsächlich nach Putin benannt haben. Genau so gut kann der kleine Wladimir nach seinem Opa heißen, oder den Eltern gefiel der Name einfach. Was man aber sicher sagen, ist, dass Präsident Putin für sie kein Argument war, diesen Namen nicht auszuwählen. Anders gesagt: Wer heute in Deutschland seine Tochter Angela nennt, der tut das ja auch im Bewusstsein, dass es da diese berühmte Namensvetterin gibt.

Aber zurück zu den neuen Wladimirs. Am höchsten ist ihre Zahl im Monat Oktober, und das ist nun wirklich unmissverssändlich: Am 7. Oktober hat Präsident Putin Geburtstag – und ist dann in der öffentlichen Wahrnehmung noch präsenter als ohnehin schon.

(Danke an Jörgen für den Tipp zu infogr.am.)

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Putin der Woche (XXXI)

Putin Kadyrow Titanic

Gesehen: Bei @Censor_net, dem Twitter-Account der ukrainischen Website „Цензор.НЕТ“. Wer in Russland versucht, diese Seite aufzurufen, steht vor einer Netzsperre (wir erinnern uns an diese Perle deutscher Gesetzgebung): Roskomnadsor, die russische Medienaufsicht, hat diese Seite blockieren lassen. Das ist, gerade bei ukrainischen Seiten, in letzter Zeit hier keine Seltenheit.

Begleitung: Ramsan Kadyrow, oberster Tschetschene.

Text: „Die Fortsetzung – coming soon“

Subtext: Ich Kate, du Leo. Kann sein, mein Ramsan, dass du mit deinem Frauenbild glaubst, damit hier die Ansagen machen zu können. Wirkt ja auch im Moment so – du darfst den starken Mann geben, Oppositionelle mit dem Tod bedrohen und wir im Kreml halten still, weil wir dich unterm Strich immer noch nützlich finden. Aber eben auch nur so lange. Du kennst das doch aus dem Kino: Der Weg von „Ich bin der König der Welt“ bis „auf diesem Stück Treibholz ist nur für einen von uns Platz“ ist manchmal überraschend kurz. Und bis es so weit ist, ertrag ich immer noch lieber dich als Céline Dion.

Oben-Ohne-Punkte: 0/10

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Putin der Woche (XXX)

Putin der Woche USA Muskelshirt

Gesehen: Bei Myprintbar.ru, so einer Art Spreadshirt für den russischen Markt.

Begleitung: Halbwegs muskulöse Arme, halbwegs bärtiges Kinn.

Text: Keiner.

Subtext:Regionalmacht“ hat er uns genannt. Ich geb dem gleich „Regionalmacht“! Regionalmächte haben ja wohl keine so schicken Muskelshirts! Regionalmächte tragen auch keine coolen Pilotenbrillen! Und Regionalmächte schauen nicht lachend zu, wie die Flagge ihrer Gegenspieler in Flammen aufgeht. Regionalmacht. Pfff.

Oben-Ohne-Punkte: Freie Oberarme, immerhin – 4/10

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Putin der Woche (XXIX)

Putin der Woche Zauberwürfel

Gesehen: In einer Moskauer Kneipe, als Geschenk von einer Freundin. Schön, wenn man den Putin der Woche mal nicht suchen muss, sondern er zu einem kommt!

Begleitung: Putin beim Judo. Putin mit Fellmütze. Putin, staatstragend im Anzug. Insgesamt sechs Motive à 9 Würfel.

Text: Keiner. Putin im Quadrat spricht für sich.

Subtext: Hab ich doch schon immer gesagt: Nicht bloß Syrien hier, Druck auf die Zivilgesellschaft da. Ich bin ein komplexer, dreidimensionaler Typ mit vielen Facetten, das kannst du drehen, wie du willst. Apropos: Hör endlich auf, mich so durcheinanderzuwürfeln, sonst beschwer ich mich bei Ernő Rubik. Oder ich schick Truppen nach Ungarn.

Oben-Ohne-Punkte: 0/10

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Putin der Woche (XXVIII)

putin der woche kerze etsy

Gesehen: Bei Etsy, der Website gewordenen Rule 34 für den Handarbeitsbereich: Wenn Du es Dir vorstellen kannst, hat es auch schon mal jemand gebastelt.

Begleitung: Eine formschöne Metalldose mit attraktivem Deckel.

Text: „Die Putin-Kerze kombiniert Duftnoten von Kiefer, Erde und Rauch, der über den Städten der Feinde aufsteigt. Es ist ein männlicher Duft, der speziell entworfen wurde, um (…) den Geruch politischer Dissidenten aus Ihrem Haus zu vertreiben.“

Subtext:  Diesmal ausnahmsweise unnötig. Im Gegensatz zu vielen anderen „Putins der Woche“, die in Russland tatsächlich zur mehr oder weniger ernst gemeinten Heldenverehrung verkauft werden, ist das hier ausnahmsweise ein Produkt aus dem imperialistischen Ausland und insofern satirisch gemeint. Glaube ich.

Oben-Ohne-Punkte: Putin ohne Hemd, Kerze ohne Deckel –  10/10

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Putin der Woche (XXVII)

putin der woche bauchtanz
Gesehen: In der Facebookgruppe „Belly Design by Sekhmet“, wo die hauseigene Designerin diesen dezenten Bauchtanz-Zweiteiler anpreist. 

Begleitung: Weihnachtsbaum, Kamin, Uhr, alles in Goldbarock. Und zum hüftabwärts wallenden Putin-Porträt ein Oberteil, das die russischen Farben aufgreift und entfernt an die Schwingen des russischen Adlers erinnert.

Text: „Meine neue Kollektion ist fertig! Brandneu im Angebot, Ladies! Nummer eins – Go Hard like Vladimir Putin. Bestpreis nur 300 Dollar!“

Subtext: Vielleicht können wir ja jetzt mal langsam aufhören, immer nur über das Tanztalent meiner Tochter zu reden und uns wieder mit dem befassen, der wirklich wichtig ist – also mit mir. Schließlich kann ich nicht nur Judo: Wenn die Kaminzimmer-Tanzfee auf dem Foto ihr Becken bewegt, wackel‘ ich nämlich mit den Ohren. Gut, ne? 

Oben-Ohne-Punkte: Für ihn keine, für sie 6, macht im Schnitt 3/10.

(via Maeve Shearlaw)

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Putin der Woche (XXVI)

putin der woche revolverheld

Gesehen: In einem wissenschaftlichen Artikel, den vier Neurologen im BMJ (British Medical Journal) veröffentlicht haben.

Begleitung: Rund 2000 Zeichen Text, in denen die Wissenschaftler analysieren, warum Putins linker Arm beim Gehen mitschwingt, der rechte aber nicht. Dass daran herumgedeutelt wird, ist nicht neu. Die vier widersprechen allerdings der These, dass der steife Arm auf eine Parkinson-Erkrankung Putins hindeutet. Ihre These: Putin wurde das Verhalten während seiner KGB-Zeit antrainiert, damit der Arm immer nah am Körper und damit an der Waffe ist. Als Beleg führen sie an, dass er nicht der einzige hochrangige Politiker in Russland mit diesem Bewegungsmuster ist. Sie haben dafür den Begriff „gunslinger’s gait“ geprägt – „Revolverheldengang“.

Text: „Auch bei Cowboys in Wildwestfilmen bewegt sich der rechte Arm oft weniger.“ Und, etwas später: „Wir raten Neurologen, vor allem denen in Russland, zur differenzierten Diagnose einer asymmetrisch reduzierten Armbewegung den ‚Revolverheldengang‘ zusätzlich zu bekannten Gründen wie Parkinson oder Schulterproblemen mit in Erwägung zu ziehen.“

Subtext: Putin geht ja immer, also lass uns doch zum Jahresende mal was Buntes veröffentlichen. So richtig schön mit Seitenhieben auf Medwedew und Witzchen über Putins Vorliebe für protzige Armbanduhren.

Oben-Ohne-Punkte: 0/10

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